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Mehr Sozialwohnungen am Vitos-Areal

Psychiatrie-Gelände Mehr Sozialwohnungen am Vitos-Areal

Der geplante Wohnungsbau auf dem Vitos-Gelände wird ausgedehnt: 186 Apartments sollen in dem Park errichtet werden - mehr als die Hälfte wird als Sozialwohnung ausgewiesen.

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Auf dem Vitos-Gelände wird eifrig gebaut - und das wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Auf dem Gelände des Psychiatrischen Krankenhauses an der Cappeler Straße ändert sich in den kommenden Jahren einiges. So ist mitten in dem parkähnlichen Gelände bereits ein Neubau im Werden. Dort sollen künftig alle Stationen zusammengefasst werden, die sich derzeit in mehreren auf dem gesamten Gelände verteilten Häusern befinden.

Aber auch stadtplanerisch tut sich einiges: So sollen Wohnungen errichtet werden. Die Wohnungsnot in der Stadt sorgte für die Ausweitung der einst 153 vorgesehenen Wohnungen auf dem Areal. Alle Häuser, die gebaut werden, sollen drei bis vier Stockwerke zählen. Das geht aus dem Bebauungsplan für das Gelände hervor, welcher nunmehr offengelegt wird. Dieser Offenlage stimmten nunmehr die Mitglieder von Bau- und Umweltausschuss zu. Laut Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) wird die Miete der 98 Sozialwohnungen, gebaut durch die GWH und vor allem an der Friedrich-Ebert-Straße liegend, maximal sieben Euro pro Quadratmeter betragen. Das Ziel der Gesellschaft seien zwar 6,50 Euro, doch sei aufgrund von Vertragsdetails noch unklar, ob der Preis gehalten werden könne. Die Sozialwohnungen sollen eine Größe ab 45 Quadratmeter haben.

„Das ist eine hervorragende innerstädtische Fläche, um an einer guten Stelle innerstädtischen Wohnungsbau zu garantieren“, freute sich Kahle im Bauausschuss. Zudem gebe es in der Nähe eine gut ausgebaute Infrastruktur wie beispielsweise mehrere Lebensmittelmärkte das Stadtbüro sowie eine gute Stadtbus-Anbindung in die Innenstadt. Für das Problem Bolzplatz zeichnet sich indes eine Lösung ab: Das Fußballfeld, das am unteren Ende der Friedrich-Ebert-Straße liegt und noch in Kircheneigentum ist, soll an den Nordrand des Geländes verlegt werden. Im Zuge des Wohnungsbaus soll dieser in der Nähe der Interkulturellen Gärten entstehen. „Alternativ kann der Platz bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie von der Öffentlichkeit vorerst mitbenutzt werden“, sagt Kahle. Einschränkung: Der Vitos-Bolzplatz werde aufgrund des Klinik-Alltags nicht immer für Gäste offen sein. „Wir sind absolut gegen eine Bauverdichtung dort“, sagt Claus Schreiner von der Interessensgruppe Marburger Stadtbild und Stadtentwicklung (IG MARSS) auf OP-Anfrage. Es dürfe nicht passieren, dass weiter „jedes kleine Loch zugebaut“ werde, in diesem Fall sogar auf Kosten eines kleinen Waldgebiets, einer Parkanlage.

Hessenforst deklarierte die Bäume, die den neuen Wohnhäusern weichen müssen, als Waldgebiet. Daher muss nach der Rodung - die laut Kahle bereits genehmigt worden ist - aufgeforstet werden. Dazu sei eine Fläche bereits vorgesehen, gefällte Bäume würden anderswo durch Neupflanzungen ersetzt. Bisher habe es in Sachen Umgestaltung des Psychiatriegeländes an der Cappeler Straße eine enge Zusammenarbeit der Stadt mit dem Landeswohlfahrtsverband und der von ihm getragenen „Vitos GmbH“ gegeben, den Eigentümern des Geländes.

n Am 12. April soll es auf Initiative der „Lokalen Agenda“ eine öffentliche Begehung des gesamten „Vitos“-Geländes geben. Dabei soll auch die Frage im Mittelpunkt stehen, inwieweit der Park-Charakter des Psychiatriegeländes auch trotz der neuerlichen Bebauung noch gewahrt werden kann.

von Manfred Hitzeroth und Björn Wisker

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