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Mehr Raum fürs Rad am Rudolphsplatz

Neue Radverkehrsführung Mehr Raum fürs Rad am Rudolphsplatz

Zwischen Rudolphsplatz, Pilgrimstein und Biegenstraße sollen Fahrradfahrer laut Stadt künftig komfortabler und schneller unterwegs sein. Eine Testfahrt der OP ergab: Die neue Abbiegespur erfordert Mut.

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Radfahrer haben am Rudolphsplatz ab sofort die Wahl zwischen einer Abbiegespur und einem Überweg über die Biegenstraße.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. An der Kreuzung am Rudolphsplatz haben Radfahrer ab sofort mehrere Möglichkeiten, von der Biegenstraße in den Pilgrimstein abzubiegen.

Aus Richtung Universitätsstraße kommend, müssen sich Radler nun entscheiden:

  • Kurz vor der Ampel auf ­Höhe der Volksbank beginnt ein schmaler Abbiegestreifen in Richtung Pilgrimstein. Eine kleine zusätzliche Fahrrad-Ampel regelt hier den links abbiegenden Radverkehr.
  • Für Radfahrer, die sich die Fahrt über den Abbiegestreifen in der Fahrbahnmitte nicht zutrauen, gibt es eine Alternative. Sie können die Bushalte-Spur bis zur Ampel mitnutzen und dann auf einem neuen Radstreifen entlang des Fußgänger-Überwegs die Straße queren. Für diesen Weg gilt die ­große Fußgänger-Ampel.

Auf einer Testfahrt ergab sich am Dienstagmittag bei mäßigem Verkehr ein gemischtes Bild. Die schmale Abbiegespur in Richtung Pilgrimstein erkennt man erst relativ spät. Wenn mehr als drei Autos an der roten Ampel warten, ist der Streifen zudem nur schwer zu erreichen. Mit einem Lastenfahrrad, einem Liegerad oder gar einem Kinderanhänger wird es auf der Abbiegespur wohl eng. Die kleine Fahrradampel in Richtung Pilgrimstein springt auf Grün. Schnell wollen noch zwei Autos von links in Richtung Biegenstraße über die Kreuzung huschen. Auf der Kreuzung müssen sie langsam machen, weil die nächste Ampel in der Biegenstraße noch Rot ist. Von der Kreuzung Erlenring bis in den Pilgrimstein dauert die Fahrt über die Abbiegespur eine gute halbe Minute.

Zweite Runde. Wieder aus Richtung Universitätsstraße kommend, geht es diesmal über die zufällig leere Busspur. An der roten Verkehrsampel angekommen, heißt es absteigen und auf den Bürgersteig wechseln. Aber welche der Ampeln gilt denn nun? Die kleine Fahrradampel ist schon grün, die Autos brausen munter weiter vorbei, das ist also die Ampel für die links abbiegenden Fahrradfahrer.

Bis die Ampel für Fußgänger und Radfahrer auf Grün springt, dauert es eine Weile. Dann geht es weiter, vorbei an Fußgängern, die auf dem Fahrradweg laufen. Dieser Weg fühlt sich etwas sicherer an. Das Gefühl der Sicherheit kostet Zeit – die gleiche Entfernung auf dem anderen Weg zurückzulegen, dauert gute zweieinhalb Minuten, etwa das Vierfache also.

Am Rudolphsplatz gibt es für Radfahrer eine neue Abbiegespur in Richtung Pilgrimstein. Der schmale Streifen führt inmitten der Fahrbahn über die stark frequentierte Kreuzung. (Grafik: Julia Brinkmann)

„Uns war es wichtig, bei der Sanierung auch die Bedingungen für Radfahrer zu verbessern“, erklärt Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Dr. Thomas Spies (SPD). Die ­Markierungsarbeiten seien bis auf einige Kleinigkeiten abgeschlossen, teilt die Stadt mit. Die gesamte Straße könne wieder genutzt werden. Rote Markierungen sollen Teile der Radverkehrsstreifen sichtbarer machen. Diese können witterungsbedingt voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr aufgebracht werden, heißt es vonseiten der Stadt.

Auch für die aus der Biegenstraße kommenden Radfahrer­ gibt es nun eine zusätzliche ­Ampel an der Kreuzung zum Pilgrimstein. Diese gibt dem Radverkehr einen Augenblick Vorsprung. Dieser erleichtert es, sich an der Kreuzung ­Rudolphsplatz/Erlenring in die Abbiegespur in Richtung Erlenring einzuordnen.

Pilgrimstein ist derzeit noch für Radler gesperrt

Die Radspur endet allerdings nach einigen Metern wieder – für Radler geht es also auf der Autospur weiter.
Nicht weiter kommen Radler derzeit noch im Pilgrimstein. Auf Höhe des Parkhauses stoppt eine Absperrung die Weiterfahrt in Richtung Nordstadt. Der Pilgrimstein ist derzeit noch ­wegen der Mauersanierung am Alten Botanischen Garten gesperrt, teilt die Stadt mit.

Vermutlich werden bis zum Ende der Bauarbeiten nur wenige Radfahrer die neue Linksabbiegespur nutzen. Ob die ­geänderte  Radverkehrsführung­ also dazu führt, dass „die Ziele in der Nordstadt wie zum Beispiel die Ketzerbach und die neue Universitätsbibliothek für den Radverkehr viel besser und schneller erreichbar“ werden, wie Oberbürgermeister Spies verspricht, wird sich wohl erst dann zeigen.

von Philipp Lauer

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