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Mehr Patienten, mehr Notarzteinsätze

Norfallzentrum des Uni-Klinikums Mehr Patienten, mehr Notarzteinsätze

Die Zahl der Notfallpatienten in der Zentralen Notaufnahme des Uni-Klinikums ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

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Die Professoren Rolf Felix Maier (von links) und Wolfgang H. Oertel sowie Axel Sauvageot, Dr. Andreas Jerrentrupp und Dr. Clemens Kill stehen an der Zufahrt zur Zentralen Notaufnahme des Uni-Klinikums in Marburg. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im Jahr 2011 wurden in der Zentralen Notaufnahme im Uni-Klinikum 62000 Patienten gesichtet, im vergangenen Jahr waren es bereits 70000 Patienten. Das erläuterte Dr. Clemens Kill, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin, bei der Vorstellung des Leistungsberichts für die zurückliegenden beiden Jahre in den Räumen des Klinikums auf den Lahnbergen. Das Gros der Patienten benötigt Hilfe von Spezialisten der Unfallchirurgie und der Inneren Medizin, weitere stark nachge-fragte medizinische Spezialgebiete sind die Neurologie und die Kinderheilkunde.

Der starke Anstieg der Notfallpatienten liege nicht unbedingt daran, dass die Menschen immer kränker würden, erläuterte Kill. Ein Grund dafür sei sicher auch, das die Zentrale Notaufnahme des Klinikums 365 Tage pro Jahr rund um die Uhr besetzt sei, um akut erkrankte oder verletzte Menschen zu versorgen. Zum Team gehören 100 Personen. 22 Einzelkliniken steuern Personal und Know-how dazu bei, dass das Notfallzentrum den Patienten die bestmögliche Versorgung bieten kann.

"Ersteinschätzung" vor der Anmeldung

„Wir schicken keinen Patienten weg“, machte Professor Jochen Werner, Ärztlicher Geschäftsführer des Marburger Klinikums, die Grundphilosophie deutlich, die hinter dem im September 2011 neu strukturierten Notfallzentrum steht. Allerdings könne das auch manchmal zu längeren Wartezeiten - besonders an Stoßzeiten wie Samstag mittags - führen. „Unser oberstes Ziel ist es, dass die kritischen Fälle zuerst versorgt werden“, erläuterte Dr. Kill.

Damit das so schnell wie möglich vonstatten geht, gibt es das Instrument der „Ersteinschätzung“, das der administrativen Anmeldung in der Notaufnahme vorgeschaltet ist. Anhand von 200 Indikatoren aus 50 leitsymptomorientierten Präsentationsdiagrammen schätzt dabei eine speziell geschulte medizinische Fachkraft die Dringlichkeit des jeweiligen Notfalls dar.

Neben den Patienten, die selbst die Notaufnahme aufsuchen, gibt es aber natürlich weiterhin die „klassischen“ Notfallpatienten, die mit dem Rettungswagen eingeliefert werden. Auch hier gibt es Steigerungen der Zahlen zu vermelden. Insgesamt wurden in den Jahren 2011 und 2012 nach Angaben von Kill 11500 Einsätze im Notarzt-Dienst gefahren. Dieses habe mit dem stetigen Anstieg der Rettungsdiensteinsätze zu tun.

Ausbaubedarf sehen Kill und Werner noch in der Zentralen Notaufnahme-Station, in der Betten für die Notfallpatienten stehen. „Wir bräuchten zwei- bis dreimal so viele Betten“, betonte Kill.

Neben der Versorgung der Patienten kümmern sich die Mitarbeiter des Zentrums für Notfallmedizin aber auch um Forschungsprojekte sowie die Weiterbildung von Sanitätern, Ärzten und Studierenden.

von Manfred Hitzeroth

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