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Mehr Migranten im Vereinsleben

Kampagne „Macht mit im Sport!“ in Marburg gestartet Mehr Migranten im Vereinsleben

Mehr Migranten in verantwortungsvollen, leitenden und repräsentativen Funktionen im hessischen Vereinsleben – das ist das Ziel der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (agah).

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Auf dem Bild sind neben den Mädchen, die in Taekwondo trainiert werden, in der hinteren Reihe zu sehen: Carsten Reimann (von links), Vorsitzender Taekwondo-Verein Seoul Marburg, die zehnjährige Co-Trainerin Ana Catalina Pohl, Heekyung Reimann, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, die pädagogische Fachkraft Esther Schneider, die Leiterin der Bildungsstätte Elke Siebler, Projektleiterin Gonca Sariaydin, die 13-jährige Co-Trainerin Johanna Höfer und Trainerin Iris Hagenau.

Quelle: Reiche

Marburg. In Marburg hat die Auftaktveranstaltung in der Bildungsstätte am Richtsberg stattgefunden. Aufwärmübungen, Basic Kicks und Schlagtechniken – 20 Mädchen aus der Bildungsstätte am Richtsberg haben ihre allererste Trainingsstunde im Taekwondo bekommen. Möglich gemacht hat es das Projekt „Mach mit im Sport! Mehr Migrant/innen ins Ehrenamt“ der Arbeitsgemeinschaft der agah.

Diese startete im Oktober 2013 die Kampagne, um dazu beizutragen, dass mehr Migranten verantwortungsvolle Funktionen in der Vielfalt der hessischen Vereine innehaben. Unterstützt wurde sie dabei von der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ und dem Hessischen Sportministerium.

„Eigentlich“, erzählte Projektleiterin Gonca Sariaydin bei der Auftaktveranstaltung, „wollten wir die Migrantinnen und Migranten, die sich bereits im Ehrenamt engagieren, fördern.“ Dann sei den Mitgliedern der agah jedoch bewusst geworden, dass es gar nicht viele Menschen mit Migrationshintergrund in den führenden Positionen der Vereine gebe. „Es wurde wohl einfach versäumt, sie einzubinden.“

Taekwondo-Verein mit Vorreiter-Rolle

Und das, obwohl Sport einer der besten Wege ist, um Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenzubringen. Genau dort wollen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft nun ansetzen. In Marburg zunächst in der Bildungsstätte am Richtsberg – einer Einrichtung, in der 98 Prozent der Mädchen und Jungen Kinder von Migranten sind.

Einer der ersten Vereine, den die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen für ihr Vorhaben gewinnen konnte, war der Taekwondo-Verein Seoul Marburg. Carsten Reimann, der Vorsitzende des Vereins, seine Frau Heekyung und Trainerin Iris Hagenau mussten nicht lang gebeten werden, bei dem Projekt mitzumachen.

Einmal in der Woche werden sie nun 20 Mädchen aus der Bildungsstätte am Richtsberg im koreanischen Kampfsport Taekwondo trainieren – und das kostenlos. Die Sechs- bis Zehnjährigen lernen dabei nicht nur, sich selbst zu verteidigen.

Bürgermeister will Zugang zu Vereinsleben erleichtern

Im besten Fall merken sie auch, wie viel Spaß es macht, in einem Verein aktiv zu sein und erzählen ihren Eltern davon. „Wir wollen über die Kinder auch einen Zugang zu den Erwachsenen bekommen“, erklärte Sariaydin.

Aber auch die Kinder selbst sollen auf den Geschmack kommen. „Immerhin ist Deutschland ein Land, in dem Vereinsleben großgeschrieben wird“, stimmte auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) zu, „und unsere Aufgabe ist es, den Menschen, die in unserer Gesellschaft ankommen, einen Zugang dazu zu ermöglichen.“

Die von der agah initiierten Angebote werden nun von den Kooperationspartnern weitergeführt und können mit der finanziellen Unterstützung des Sportkreises Marburg-Biedenkopf auch verstetigt werden.

von Suria Reiche

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