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Mehr Einsätze bedingen mehr Rettungsfahrzeuge

Rettungsdienste schnell vor Ort Mehr Einsätze bedingen mehr Rettungsfahrzeuge

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird alles dafür getan, Menschen in Not möglichst innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung Hilfe zu schicken.

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Bei Verkehrsunfällen wie jüngst in Ernsthausen sind die Rettungskräfte immer schnell vor Ort.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Die Rettungsfahrzeuge in Hessen sind nicht überall so schnell an der Einsatzstelle wie vorgeschrieben. Nach hr-Recherchen halten mehr als die Hälfte der 26 Landkreise und kreisfreien Städte die gesetzliche Hilfsfrist nicht ein - teilweise deutlich.“ Mit dieser Meldung ließ der Hessische Rundfunk gestern aufhorchen. Allerdings bezog er sich mit dieser Meldung keinesfalls auf den aktuellen Status, sondern bemühte dazu Zahlen aus dem Jahr 2012. Und die werden dem Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht mehr gerecht.

Stephan Schienbein, Sprecher des Landkreises nannte auf Nachfrage der OP Zahlen. 2010 lag der Zielerreichungsgrad innerhalb von zehn Minuten am Unfallort zu sein, der sich an einer befestigten Straße befinden muss, bei 82 Prozent. 2012 lag er schon bei 86,8 Prozent und 2013 bei 87,3 Prozent. „Belastbare Zahlen aus 2014 liegen natürlich noch nicht vor, der Trend geht aber weiter in Richtung 90 Prozent“, so Schienbein.

Dieses Ergebnis müsse auch in Relation gesetzt werden. Schließlich hat sich das Bundesland Hessen selbst die ambitionierte Hilfsfrist von zehn Minuten gesetzt. In Niedersachsen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist 15 Minuten, im benachbarten Thüringen 14 Minuten.

Des Weiteren stieg die Zahl der Rettungsdiensteinsätze rasant an: 2009 lagen sie mit 18878 noch unter 20000, 2014 könnte, wenn der Trend anhält, möglicherweise schon die 30000-Marke geknackt werden. „In der Analyse stellen wir fest, dass anhand der vorliegenden Zahlen weitere Rettungswagen notwendig sind. Dies wird der Landkreis auch bei der nächsten Sitzung des Bereichsbeirats vortragen“, informiert Schienbein.

Gerade weil die Einsätze so rasant gestiegen sind, ist es um so wichtiger, „dass in der Zentralen Leitstelle das Konzept der Gebietsabsicherung konsequent angewendet wird. Das bedeutet, dass freie Rettungswagen so im Landkreis verschoben werden, dass auch die Bereiche einer durch einen Einsatz verwaisten Rettungswache mit abgedeckt werden können“, sagt Schienbein.

Rund um die Uhr sind drei Notarzteinsatzfahrzeuge mit den Standorten Marburg, Kirchhain und Wolfgruben verfügbar. „Zum Einsatz kommt regelmäßig auch das mit einem Notarzt und Fachpersonal besetzte Intensivtransportfahrzeug, das der Verlegung schwer kranker Patienten von einer Klinik zu anderen dient. Wenn dieses Fahrzeug nicht im Einsatz ist, steht es tagsüber und nachts in Rufbereitschaft für Notfalleinsätze zur Verfügung.

Eine weitere Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung ist auch durch den jetzt seit wenigen Tagen in Gießen stationierten Rettungshubschrauber „Christoph Gießen“ zu erwarten. Dieser Hubschrauber steht natürlich auch für Notfalleinsätze im Landkreis Marburg-Biedenkopf zur Verfügung.

von Götz Schaub

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