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Mediziner sagen Allergie den Kampf an

Bürgervorlesung Mediziner sagen Allergie den Kampf an

„Immer wenn die Pollen fliegen - Allergie, Heuschnupfen, Asthma“: Das ist das Thema der Bürgervorlesung von Professor Claus Vogelmeier am Montag, 6. Mai, ab 18 Uhr im Raum +1/0020 im Uni-Hörsaalgebäude in der Biegenstraße 14.

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Der Frühling bringt Schüler und Studenten ins Freie an der Marburger Erlenring-Mensa. Doch die malerischen Baumblüten haben auch ihre Schattenseiten: der Pollenflug führt zu Asthma, Allergie und Heuschnupfen. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Blütenstaub macht viele Menschen krank: Die Hochsaison für Pollengeplagte hat jetzt endgültig begonnen. „Nach einem langen und harten Winter kommt es jetzt zu einer starken Pollenbelastung. Vor allem die Birkenpollen fliegen intensiv“, sagt Professor Claus Vogelmeier, der Leiter des Zentrums für Innere Medizin im Marburger Uni-Klinikum. Er ist auch mitverantwortlich für das Allergieforschungszentrum des Klinikums auf den Lahnbergen, in dem zu den Ursachen von Allergien geforscht wird und wo auch Patienten behandelt werden. In einem von Professor Harald Renz an der Uni Marburg koordinierten Sonderforschungsbereich wird erforscht, wie Allergien entstehen, wie sie verhindert werden können und wie bessere Strategien dagegen entwickelt werden können.

Erschöpfung und akute Atemnot

Vogelmeiers Vortrag als Auftakt der Reihe Bürgervorlesungen, die das Klinikum und der Fachbereich Medizin gemeinsam veranstalten, richtet sich an Allergiepatienten und alle, die es nicht werden wollen. Dabei will er einen kurzen allgemeinverständlichen Abriss über den aktuellen Forschungsstand geben. „Ich möchte zunächst einmal erklären, welche Reaktionen bei einer Allergie im Körper ablaufen“, erklärt Vogelmeier im Gespräch mit der OP.

So beträfen die Symptome bei den meisten Patienten zunächst vor allem Augen und Nase, die jucken, anschwellen und sich röten. Hinzu käme dann auch erschwerend ein allgemeiner Erschöpfungszustand. Die Symptome könnten sich auch steigern, bis hin zu Asthma-Anfällen mit akuter Atemnot.

Wie in zahlreichen niedergelassenen Arztpraxen auch gibt es auch am Uni-Klinikum Therapieangebote für Allergie-Patienten. „Wir machen eine sorgfältige Diagnostik“, erläutert Vogelmeier. Dazu zählen unter anderem Haut- und Bluttests sowie „Provokationstests“. Zudem werde die ganze Bandbreite der Therapiemöglichkeiten angeboten. Darunter fällt die Behandlung von Symptomen ebenso wie die Hyposensibilisierung.

Präventionstipp:Fenster schließen

Aber auch neuere Therapiemethoden werden angewandt wie die Therapie mithilfe von monoklonalen Antikörpern, die bei Patienten mit schweren Asthma-Attacken unter die Haut gespritzt werden. Einen wichtigen Schwerpunkt im Vortrag bei der Bürgervorlesung sollen die Präventionstipps einnehmen. Für die OP-Leser hat Vogelmeier bereits einige Tipps parat, die zu einer Allergievermeidung oder einer deutlich schwächeren Ausprägung der Erkrankung beitragen sollen:

  • Während der Pollenflugphase sollte man sich nicht zu lange im Freien aufhalten.
  •  Es ist ratsam, das Fenster in der „heißen Phase“ möglichst nachts geschlossen zu halten. Auch beim Autofahren sollte man die Fenster geschlossen halten.
  • Allergiegefährdete Menschen sollten ihre Kleidung vor dem Zubettgehen außerhalb ihres Schlafraums deponieren.
  • Vor dem Schlafengehen die Haare waschen kann ebenfalls helfen, die Allergiegefahr zu minimieren.
  • Für Allergiegefährdete mit einem großen Geldbeutel und viel Zeit hat Vogelmeier noch einen ganz speziellen Tipp. „Die ultimative Strategie ist es, in das Hochgebirge zu fahren. Über 1500 Meter fliegen die Pollen nicht mehr“, verrät Vogelmeier.
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