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Mediziner erforschen Allergieursachen

Symposium Mediziner erforschen Allergieursachen

Beim von-Behring-Röntgen-Symposium in Marburg geht es seit Donnerstag und bis einschließlich Samstag um Krankheiten wie Asthma und Allergien, aber auch um ­Diabetes und Co.

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Das Symposium der Mediziner wurde in der Alten Aula der Universität eröffnet. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Im Mittelpunkt der auf Englisch abgehaltenen internationalen Fachtagung, die von dem Marburger Allergie-Spezialisten Professor Harald Renz (Marburg) und Professor Trinad Chakraborty (Gießen) geleitet wird, steht der aktuelle Stand der biomedizinischen Forschung in Bezug auf chronisch-entzündliche Erkrankungen. Insbesondere in den Industrienationen gibt es einen großen Anstieg dieser Erkrankungen, zu denen Allergien, Asthma, Autoimmunerkrankungen aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, sowie neuro-degenerative Erkrankungen und Depressionen zählen.

Alle diese nicht-übertragbaren Erkrankungen zusammengenommen stellen weltweit eine der größten Herausforderungen des Gesundheitswesens dar, erklärt Professor Renz. „Wir versuchen vor allem, die gemeinsamen Ursachen dieser verschiedenen Krankheiten zu verstehen“, erklärte Renz. „Es gibt gemeinsame Wurzeln für diese Krankheiten. Sie gehen zurück bis in die früheste Kindheit“, erläutert Renz. So gebe es nach der Erkenntnis der Wissenschaftler häufig bereits Prägungen für das spätere Leben im Mutterleib.

Ziel: neue Diagnosen, neue Therapien

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass neben einer genetischen Veranlagung und Ernährungsfaktoren auch die Umweltsituation und der Lebensstil eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheiten spielen. Umweltkeime und Keime, die die Schleimhäute und Oberflächen des Organismus besiedeln, tragen wesentlich zur ­immunologischen Fehlregula­tion bei, die chronische Ent­zündungen auslösen können.

Das Zusammenspiel zwischen Immunsystem, Keimen und dem Stoffwechsel wird heute immer besser verstanden. Beim jährlichen Symposium der von-Behring-Röntgen-Gesellschaft präsentieren international renommierte Referenten aus den USA, Kanada, Australien und Europa in Marburg die aktuellen Forschungskonzepte, die sich mit der Krankheitsentstehung und der Entwicklung ihrer Chronifizierung befassen.

Ziel der Veranstaltung ist die Diskussion über verbesserte Diagnosemöglichkeiten sowie neue Präventions- und Therapiestrategien für diese weit verbreiteten Volkskrankheiten. So ging es beispielsweise in dem Vortrag des US-Forschers Scott Weiss (Boston) um die Ergebnisse von Studien, ob sich Vitamin D positiv auf die Behandlung von Asthma auswirken kann.

von Manfred Hitzeroth

Die von-Behring-Röntgen-Stiftung

Die von-Behring-Röntgen-Stiftung wurde am 8. September 2006 vom Land Hessen zur Förderung der Hochschul­medizin an den Universitäten Gießen und Marburg errichtet. Mit ihrem Stiftungskapital in Höhe von 100 Millionen Euro, aus dessen Zinserträgen die Förderung erfolgt, gehört sie zu den größten Medizinstiftungen in Deutschland. Gegründet wurde die von-Behring-Röntgen-Stiftung im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg im Jahr 2005 und der anschließenden Privatisierung 2006.
Tagungsteilnehmer sind in diesem Jahr rund 160 Nachwuchswissenschaftler, vorwiegend von den Universitäten Marburg und Gießen. Die Tagung, die am Donnerstag in der Alten Aula der Marburger Universität eröffnet wurde und auch im Cineplex-Kino stattfindet, wird von der von-Behring-Röntgen-Stiftung mit 50 000 Euro finanziell unterstützt. 25 000 Euro steuert die Deutsche Forschungsgemeinschaft bei. Für Nachwuchs-Forscher werden sechs mit jeweils 500 Euro dotierte Posterpreise vergeben.

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