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Mediziner debattieren über Dialyse

Tagung Mediziner debattieren über Dialyse

Wie sinnvoll ist eine Dialyse bei sehr alten und schwer kranken Patienten? Dies ist eine Frage, über die beim 11. Symposium der Marburger Nephrologie (Nierenheilkunde) diskutiert wird.

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Dr. Tanja Maier am Krankenbett auf der Dialyse-Station im Marburger Uni-Klinikum bei einem
älteren Patienten, der eine Dialyse bekommt. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Mit Spannung erwarten die Nierenheilkundler an diesem Samstag den Vortrag der holländischen Kollegin Marjolijn van Buren (Den Haag) beim Symposium des Uni-Klinikums Marburg. Sie beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit ältere Patienten mit Nierenversagen vom Anschluss an eine Dialyse und der damit verbundenen Organersatz-Therapie profitieren. Zu diesem Thema wird die Holländerin auch die Ergebnisse einiger aktueller Studien vorstellen.

Dass dieses Thema keineswegs nur eine akademische Frage betrifft, erläuterte Dr. Tanja Maier, Oberärztin der Marburger Nephrologie und neben Nephrologie-Chef Professor Joachim Hoyer Mitorganisatorin der Tagung, im Gespräch mit der OP. So liege beispielsweise auf der Dialyse-Station im Marburger Uni-Klinikum das Durchschnittsalter der Patienten um die 70 und es gebe sogar Dialyse-Patienten, die älter als 90 Jahre alt seien. „Die Patienten werden immer älter“, erläutert Maier. So gebe es auch immer mehr Patienten, die an Bluthochdruck litten und Diabetiker seien - beides mögliche Vorerkrankungen für schwere Nierenkrankheiten.

In Deutschland gibt es keine Altersbegrenzung für einen Anschluss an die Dialyse. Ob der Anschluss an ein Dialyse-Gerät sinnvoll sei, obliege in jedem Einzelfall der Einschätzung der Mediziner. Es gebe dabei aber eine Grauzone, beispielsweise bei der Frage, ob eine Dialyse für einen dementen und schwerstkranken Patienten geeignet ist.

Dabei müsse abgewogen werden, ob die Dialysetherapie eine Stabilisierung der Gesundheit und Verbesserung der Lebensqualität des Patienten mit sich bringe.

„Auch für die alten Patienten ist die Dialyse ein geeignetes Verfahren. Aber für einzelne kann die Dialyse anstrengend und belastend sein“, erläutert Maier. So sollten die Nierenheilkundler im intensiven Gespräch mit Patient und Familie überlegen, ob ein Verzicht auf die Nierenersatztherapie günstiger sei und das Ziel eine lindernde Therapie bis zum Lebensende sein könne.

Bei dem zweitägigen Symposium im „Congress Centrum“ mit rund 100 Nierenheilkundlern geht es auch um andere Themen, wie die technische Sicherheit an der Dialyse.

von Manfred Hitzeroth

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