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Medienboykott: Bundesverband pfeift Hadi Riedel zurück

AfD Medienboykott: Bundesverband pfeift Hadi Riedel zurück

Einigen Mitgliedern der Alternative für Deutschland (AfD) ging die Berichterstattung über ihre Partei so gegen den Strich, dass sie zur Abokündigung aufriefen. Der AfD-Kreissprecher von Marburg-Biedenkopf fand die Idee gut, sein Bundesverband weniger.

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Veranstaltung der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) mit Hadi Riedel im Marburger TTZ.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „So sollte es bei Euch allen aussehen. Kündigt Eure Abos bei allen Zeitungen und Zeitschriften, die uns diffamieren. Schreibt es ihnen, damit sie merken, dass man so nicht mit seinen Lesern umgehen kann!“ Das schrieb Hadi Riedel, Kreissprecher der Alternative für Deutschland (AfD), vor ein paar Tagen auf seiner Facebook-Seite und stellte darunter einen Brief seines Kollegen Rolf Kahnt (AfD Bergstraße). Der hatte sein Abonnement bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) „wegen permanenter Diffamierung der AfD und ihrer Mitglieder“ gekündigt.

Dass Hadi Riedel, den die OP gestern für eine Stellungnahme nicht erreichte, dies zur Nachahmung empfahl, kam beim Bundesvorstand nicht gut an. Es sei keine offizielle Aktion des Kreisverbands, sondern einiger Parteimitglieder gewesen, wird Riedel von der FAZ zitiert. Der ebenfalls von der FAZ befragte AfD-Bundessprecher Konrad Adam lehnte den Boykottaufruf als „nicht hilfreich“ ab. Der Pressesprecher des AfD-Bundesverbands, Christian Lüth, bestätigte auf OP-Nachfrage die FAZ-Information, dass Adam den Kreisverband aufgefordert habe, den Aufruf von der Seite zu nehmen. Dort stand er gestern auch nicht (mehr). Beim Bundesvorstand habe man „gewisses Verständnis für manche Frustration“ in den unteren Ebenen der Partei. Das rechtfertige ein solches Vorgehen aber nicht. Es sei kontraproduktiv, „denn wir wollen und müssen weiter mit den Medien zusammenarbeiten“, gibt Lüth die Position der Bundes-AfD wieder.

von Michael Agricola

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