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McGovern will mehr Geld für lokalen ÖPNV

Bussverbindungen McGovern will mehr Geld für lokalen ÖPNV

Der Erste Kreisbeigeordnete und Vorstandsvorsitzende des Regionalen Nahverkehrsverbandes (RNV), Dr. Karsten McGovern, bezifferte das RNV-Defizit fürs kommende Jahr auf 3,5 Millionen Euro.

Marburg. Im Vergleich zum Vorjahr sei es um 270000 Euro gestiegen, erklärte McGovern zum Entwurf des RNV-Wirtschaftsplanes 2014 vor der Verbandsversammlung des RNV.

„Die Kommunen werden mit dem Kosten des ÖPNV alleine gelassen“, beklagte McGovern. „Einerseits versuchen wir die Einnahmenerlöse aus den Fahrkartenverkäufen mit zu steigern; so konnten wir in den letzten drei Jahren die Einnahmen um fast 500000 Euro erhöhen; gleichzeitig fließen aber rund 30 Prozent unserer Gesamteinnahmen von etwa 5,6 Millionen Euro in die Finanzierung des regionalen Schienen- und Busverkehrs“, erläuterte er und ärgerte sich darüber, dass somit für den lokalen Verkehr immer weniger Geld zur Verfügung stehe.

Hinzu kämen Kostensteigerungen bei den Ausschreibungen. Von 2003 bis 2006 habe der Verband noch vergleichsweise gute Preise je Kilometer von deutlich unter zwei Euro erzielt. Die aktuellen Ausschreibungen zeigten nunmehr eine klare Tendenz zu einem Preis von drei Euro. Dies sei an der Vergabe der Linienbündel MR Nordost sowie MR West im Rahmen von europaweiten Ausschreibungen zum 15. Dezember 2013 deutlich erkennbar.

Im Wirtschaftsjahr 2014 entstünden daher für den RNV Mehraufwendungen in Höhe von rund 547000 Euro im Lokalverkehr gegenüber den Aufwendungen aus den Altverträgen 2013 - und das, obwohl der Verband die Fahrleistung um 210000 Kilometer reduziert habe.

Kreis trägt 70 Prozent der Kosten im Schulverkehr

Im Landkreis sei die Schülerbeförderung ein großer Kostenfaktor. „Wir sind stolz auf das was wir in den letzten Jahren mit Kapazitäts- und Qualitätsverbesserungen für unsere Schüler erreicht haben; auch wenn uns das Land mit der finanziellen Ausstattung fast alleine lässt“, sagte McGovern. Wurden in den 80er Jahren noch die Kosten der Schülerbeförderung vom Land zu 100 Prozent übernommen, verblieben inzwischen 70 Prozent der Kosten von rund 6,3 Millionen Euro beim Landkreis, kritisierte McGovern die mangelnde Unterstützung des Landes in der Schülerbeförderung.

Um auf dem Land einen öffentlichen Personenverkehr anbieten zu können, baute der RNV die Verbindungen durch Anruf-Sammel-Taxis aus. Die stetig steigenden Fahrgastzahlen rechtfertigen die Aufwendungen von etwa 750000 Euro für dieses System, das einen hohen Anteil des ÖPNV-Angebotes abends und am Wochenende im ländlichen Raum darstelle, befand McGvovern und nannte folgende Zahlen: Wurden 2011 noch 67000 Personen befördert, waren es 2012 schon fast 72000, die das AST-Angebot in Anspruch nahmen. „Auch dieses Angebot müssen wir alleine stemmen; bei allen Bekundungen seitens des RMV und des Landes fristen alternative Verkehrsangebote ein Mauerblümchen-Dasein.“

Dr. McGovern fordert eine deutliche Verbesserung des ÖPNVs im ländlichen Raum. Er kritisierte „die deutliche Verstärkung der Verkehre im Rhein-Main-Gebiet und den Zufluss aller verfügbaren Mittel dorthin“, während die ländliche Region vergessen werde.

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