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Mauer am Park soll saniert werden

Botanischen Garten Mauer am Park soll saniert werden

Die Standsicherheit der Stützmauer des Alten Botanischen Gartens am Pilgrimstein ist maximal für fünf Jahre gewährleistet. Das haben zwei Gutachten ergeben.

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Die Stützmauer im Alten Botanischen Garten trennt den Park von der Straße am Pilgrimstein ab.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Die Situation ist nicht so dramatisch, wie wir zunächst gedacht hatten“, sagte Bürgermeister und Baudezernent Dr. Franz Kahle auf Anfrage der OP und bezog sich dabei auf die Ergebnisse von zwei aktuellen Gutachten zur Standfestigkeit der Stützmauer, die den Botanischen Garten von der Straße „Am Pilgrimstein“ abtrennt.

Klar sei jetzt auch durch den Vergleich der aktuellen Lage mit Zeichnungen der Baukonstruktion des Bauwerks, dass die mehr als 100 Jahre alte Mauer früher schräg Richtung Oberstadt gestanden habe und sich jetzt schräg zu anderen Seite Richtung des Alten Botanischen Gartens neige. Somit habe sie sich in den vergangenen Jahrzehnten in ihrer Schrägheit gedreht. Und die Intensität, in der sich die Mauer schräg neigt, sei gestiegen. So sei im vergangenen Jahr eine Neigung um 3 Millimeter erfolgt, die sehr viel stärker gewesen sei als in den vorangegangenen Jahren.

Die von der Stadt Marburg in Auftrag gegebenen Gutachten von zwei Baustatikern hätten jetzt eine Standsicherheit von maximal fünf Jahren ergeben. Falls es keine Sanierung geben würde, bestünde dann die Gefahr, dass die Mauer einstürzt.

So lange wollen die Stadt­verantwortlichen nicht warten, bevor sie die auch von den Gutachtern empfohlene dringend notwendige Sanierung in die Wege leiten.

Kahle hofft darauf, dass in spätestens drei Jahren die Mauer saniert wird. Im Idealfall solle die dringend notwendige Sanierung bereits ab dem Sommer oder Herbst kommenden Jahres erfolgen. Deswegen will der Magistrat dafür im Haushalt des Jahres 2015 Haushaltsmittel einstellen.

Voraussichtlich wird eine solche Sanierung mindestens eine Million Euro kosten. Die Experten rechnen mit einer notwendigen Sanierungszeit zwischen einem Jahr und anderthalb Jahren. Auf OP-Anfrage machte Kahle deutlich, dass der Magistrat bis jetzt nicht von einer Straßensperrung während der Zeit der geplanten Mauersanierung ausgehe.

In absehbarer Zeit steht ebenfalls keine Straßensperrung in der Straße Am Pilgrimstein an. Kahle betonte, dass die nach dem ersten Gutachten über die gefährdete Stabilität der Mauer vor einigen Wochen getroffenen Entscheidungen zur Verkehrsführung auch aufgrund der Erkenntnisse der neuen Gutachten unverändert bestehen bleiben.

Reduzierung aufTempo 30 gilt weiterhin

So bleibt die Verlegung der Fahrbahn für den Autoverkehr auf die rechte Straßenseite - weg von der Seite am Park und hin zu den Häusern. Das bedeutet auch, dass die Parkplätze an der Seite der Häuser weiterhin wegfallen. „Wir haben den Anwohnern die Situation erklärt und geklärt, wie sie ihre Garagen anfahren können. Ersatz-Parkplätze können wir nicht zur Verfügung stellen“, sagte Kahle. Auch die neu angelegte Fahrradspur direkt neben dem Bürgersteig bleibt bestehen. Auch die Tempo-Reduzierung von Tempo 50 auf Tempo 30, die vor wenigen Wochen als neue Regelung installiert wurde, bleibt zunächst.

Anregungen aus den neuen Gutachten, die vorgeschriebene Geschwindigkeit für die Autofahrer zur Verbesserung der Mauer-Standsicherheit eventuell sogar auf Schrittgeschwindigkeit zu reduzieren, würden derzeit nicht umgesetzt, betonte der Bürgermeister. Jedoch gäbe es in kürzerem Abstand Messungen an der Mauer, um genau weitere Verformungen der Mauer zu dokumentieren.

In der kommenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses oder des Umweltausschusses Anfang Mai will Kahle auch den Stadtverordneten die genauen Ergebnisse der aktuellen Gutachten und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen präsentieren.

von Manfred Hitzeroth

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