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Matthias Knoche will nach Berlin

Bundestagswahl Matthias Knoche will nach Berlin

Matthias Knoche tritt wieder an. Die Grünen im Landkreis haben am Dienstagabend ihren Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst 2013 nominiert - mit 88,9 Prozent Zustimmung.

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Nimmt zum zweiten Mal nach 2009 für die Grünen im Kreis den Bundestagswahlkampf auf: der 49-jährige Soziologe Matthias Knoche.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Der 49-jährigen Knoche zieht damit zum zweiten Mal für die Grünen in den Bundestagswahlkampf. 2009 gaben ihm gut 10 000 Wähler im heimischen Landkreis ihre Stimme (7,8 Prozent).

Seit fast 30 Jahren ist Knoche bei den Grünen. Der langjährige Marburger Stadtverordnete und Kreisvorstand steht auch auf der Landesliste der Partei für die Bundestagswahl, wie beim letzten Mal wieder auf Platz acht. 2009 war das noch zu weit hinten, um über die Liste nach Berlin zu kommen: Aus Hessen entsandten die Grünen sechs Abgeordnete dorthin. Aktuell ist Knoche auch noch Abgeordneter im Kreistag Gießen - weil er letztes Jahr über die Kreisgrenze nach Salzböden zog.

Neben der Energie- liegt ihm die Wohnungspolitik am Herzen. Damit kennt er sich auch von Berufs wegen aus: Seit 24 Jahren arbeitet der Soziologe bei der GeWoBau in Marburg. „Die Energiewende wird sabotiert“, sagt er vor der Grünen-Versammlung in Marburg, und zwar von der schwarz-gelben Koalition. Die rede zwar darüber, sei aber von der Richtigkeit des Atomausstiegs gar nicht überzeugt. Sie bremse die erneuerbaren Energien, statt sie zu fördern. Und sie bürde sämtliche Kosten den Privathaushalten und dem Mittelstand auf. „Wählt diese Regierung ab und ihr bekommt euer Geld zurück“, sagt Knoche unter dem Beifall seiner Parteifreunde. Stabile Strompreise gebe es nur mit einem deutlichen Anstieg an erneuerbarer Energie.

Im ländlichen Raum sieht Knoche den Schwerpunkt von Klimaschutz und Energiewende in der Erzeugung von Strom und Wärme, durch private Solardächer, Bürgergenossenschaf-ten und dergleichen Initiativen mehr, die gefördert werden müssten.

Klimaschutz in den Städten muss sich auf das Energiesparen konzentrieren, sprich die energetische Sanierung der Wohnsubstanz, so Knoche. „Die größte Gefahr dafür sind die hohen Mieten. Energetische Sanierung und soziale Wohnungspolitik gehören deshalb zusammen“, erklärt der Kandidat.

Knoche fordert Versorgungskonzepte, einen Mietspiegel und mehr Wohnungen für Studenten, erklärt die Entwicklung von Wohnraum, Mietniveau, Bevölkerung und Fördermitteln, redet über bankenunabhängige Finanzierung, alte Wasserrohre, neue Heizungen, Barrierefreiheit und Bioprodukte aus der Region.

Bevor die Versammlung ihren Kandidaten mit großer Mehrheit nominiert, beantwortet Matthias Knoche noch Fragen. Die nach Schwarz/Grün: „Da halt ich es wie Angela Merkel, die sagte, über so eine Option müsse man sich gar keine Gedanken machen“, erklärt der Kandidat. Auf Kreisebene sei die Zusammenarbeit mit der CDU gut, „aber das sind auch andere Christdemokraten als auf der Bundesebene“. Und wie siehts aus mit Rot-Grün-Rot? „Ich setze auf Rot-Grün“, sagt Knoche. Und führt noch die SPD ins Feld, die klar Nein zu einer möglichen Koalition mit den Linken gesagt habe. „Deshalb stellt sich auch diese Frage für mich nicht“, sagt der Kandidat.

von Birgit Heimrich

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