Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Massenansturm und familiäres Flair

Vor dem Semesterstart Massenansturm und familiäres Flair

Eine Woche vor dem Semesterstart laufen die Vorbereitungen bei den neuen Studierenden auf Hochtouren: Die Neuen erkunden seit gestern Stadt und Hochschule.

Voriger Artikel
Klinik eröffnet Psychosomatik-Station
Nächster Artikel
Polizei macht Jagd auf Tempo-Sünder

Voll war es gestern beim der Einführungsveranstaltung für die Jura-Erstsemester im Landgrafenhaus. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Gruppen junger Menschen laufen versehen mit Namensschildchen und mitneugierigem Blick gemeinsam durch die Stadt. Seit gestern ist es wieder so weit: Die Orientierungseinheiten für die Erstsemester an der Universität haben wieder begonnen.

Ganz besonders voll ist es beispielsweise im Fachbereich Jura, an dem weit mehr als 500 neue Studierende ihr Studium aufnehmen. Sie erhielten gestern von Kommilitonen aus höheren Semestern ihre erste Einführung in das Jurastudium in Marburg. Weil der Andrang so groß war, erfolgten die Ansprachen der Vertreter der studentischen Fachschaft im großen Hörsaal im Landgrafenhaus gleich in zwei „Schichten“ hintereinander.

Studenten haben feste Pläne

Vergleichsweise familiärer ging es bei den Orientwissenschaftlern in den Räumen der ehemaligen Uni-Kinderklinik an der Elisabethkirche zu. Dort trafen sich rund 70 neue Studierende gestern zur Einführungsveranstaltung. Die OP sprach mit fünf der Neuen über ihre Pläne für das Studium:Und die sind bei Jasmin Wagner (22) schon sehr präzise ausgearbeitet. Die angehende Studentin aus Friedberg will später Journalistin mit dem Schwerpunkt auf Berichterstattung aus Ländern des Nahen und Mittleren Ostens werden und sich mit den Fächern Politikwissenschaft und Islamwissenschaft darauf vorbereiten. Besonders begeistert am Studienort Marburg hat sie die spezielle Fächerkombination, die genau auf ihre Interessen zugeschnitten ist.

Ebenfalls 22 Jahre alt ist Laura Hoffmann aus Würzburg. „Die Kultur und die Sprache des Nahen und Mittleren Ostens interessieren mich besonders“, erzählt sie im Gespräch mit der OP. Die Länder, für die sie ein besonderes Faible hat, sind die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien. Dort würde sie gerne den obligatorischen Auslandsaufenthalt einplanen. Bisher hat sie noch kein Land im Nahen oder Mittleren Osten besucht. Doch auch wenn ihre Mutter ein bisschen skeptisch ist, ob die dortigen Krisenländer die richtigen Studienobjekte darstellen, fühlt sie sich davon nicht abgeschreckt. Den Bereich „Frauenrechte“ oder die Mitarbeit in einer Nicht-Regierungsorganisation stellt sie sich als Arbeitsfelder nach ihrem Studium vor. Weil sie im vergangenen Jahr noch nicht die notwendigen Sprachkenntnisse in einer zweiten Fremdsprache neben Englisch vorweisen konnte, lebt sie übrigens bereits seit einem Jahr in Marburg, wo sie sich zunächst im Fach Philosophie eingeschrieben hatte. „Marburg ist speziell“, meint die junge Frau aus Franken. Dass dazu an der Uni auch eine politisch aktive linke Studierendenschaft gehört, missfällt ihr dabei gar nicht.

„Ich will die Welt retten“

Ein unbescheidenes Studienziel hat Ouassima Laabich (19) aus Bielefeld, deren Eltern aus Marokko stammen, die aber in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. „Ich will die Welt retten“, sagt sie und lacht. Genaue Vorstellungen, wie dieses vor sich gehen soll, hat sie auch schon. Sie möchte nach dem Studium der Politikwissenschaften am Orientzentrum den Masterstudiengang in „Friedens- und Konfliktforschung“ absolvieren. Das Land ihrer Eltern hat sie in den zurückliegenden Jahren immer wieder besucht und dabei festgestellt, dass es im Vergleich mit anderen Staaten der Regionen dort vergleichsweise friedlich ist. Von Marburg ist sie übrigens auf Anhieb ganz begeistert. „Ich fühle mich hier ein bisschen wie im Mittelalter“, verrät sie.

Ebenfalls auf Wurzeln im Nahen Osten blickt Hassan Achmad El Hassan (21) aus Berlin zurück, dessen Eltern aus dem Libanon stammen. Für ihn ist es nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs ein Land des Stillstands, was er aber ändern möchte. „Ich habe den Traum vieler Libanesen, mit einer ausländischen Ausbildung die Lebensumstände im Land zu verbessern“, erzählt er. Zu diesem Zweck will er sich auf das Fachgebiet „Wirtschaft des Nahen und Mittleren Ostens“ spezialisieren.

Darius Regenhardt (20) kommt aus Kassel zum Studium nach Marburg. Der Deutsch-Iraner würde gerne ein Studienjahr in der iranischen Hauptstadt Teheran verbringen. Die Philipps-Universität hat er deswegen als Studienort ausgewählt, weil er das Studienangebot für gut organisiert und durchdacht hält.

  • Am Donnerstag, 10. Oktober, stehen für alle Erstsemester der Uni noch zwei fachbereichsübergreifende Veranstaltungen an: Ab 15.30 Uhr präsentieren sich beim „Orientierungsmarkt“ in der Mensa am Erlenring rund 50 Marburger Institutionen, die auf die Mitarbeit von Studierenden oder deren Interesse hoffen. Um 18 Uhr findet die Vollversammlung der Erstsemester im Pharmazie-Hörsaal statt.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr