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Marktfrühschoppenverein beginnt mit Vorbereitungen

Traditionsfest Marktfrühschoppenverein beginnt mit Vorbereitungen

Sollte auch der Verwaltungsgerichtshof in Kassel den Marktfrühschoppen am Sonntag erlauben, müssen die Veranstalter mit Protesten rechnen.

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Der Marktfrühschoppen am Marburger Marktplatz soll, wie hier 2010, auch am Sonntag stattfinden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der DGB Mittelhessen hat für Samstag, 12 Uhr, eine Kundgebung auf dem Marktplatz angemeldet, auf der gegen die Durchführung des Marktfrühschoppens protestiert werden soll. Das berichtete DGB-Organisationssekretär Dr. Ulf Immelt der OP.

Als Rednerin haben die Gewerkschafter Alexandras Kurth (Uni Gießen) angemeldet, die als Expertin für Burschenschaften gilt.

„Wir wollen in der Öffentichkeit noch einmal das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Rechtsradikalismus und der Deutschen Burschenschaft wecken“, sagte Immelt.

Noch unklar ist, ob es auch am Sonntag eine Protestaktion geben wird. „Wir sind noch in der Vorbereitung“, sagte Anne Gabrikowski, die Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden-Ausschuss. Es gebe unterschiedliche Überlegungen, sagte Gabrikowski.

Der Marktfrühschoppenvereinverein bereitet die Veranstaltung unterdessen konkret vor. Vorsitzender Tilman Pfeiffer und Schriftführer Axel Koch rechnen mit mehreren hundert Besuchern. Das Fest soll offiziell um 11 Uhr beginnen und endet um 14 Uhr. Eröffnet wird es mit dem Lied „die Gedenken sind frei“ - wer will, kann dies als ein klares Bekenntnis zur verbindungsstudentischen Tradition verstehen, was Pfeiffer auch gar nicht abstreitet: „Natürlich ist unser Marktfrüsschoppen auch Traditionspflege.“

Für Pfeiffer und Koch ist aber eines wichtig: „Die Gesellschaft muss den Marktfrühschoppen tolerieren, weil er in der Mitte der Gesellschaft stattfindet“. Deswegen habe sich der Martkfrühschoppenverein „leichten Herzens“ von den Mitgliedsbünden in der Deutschen Burschenschaft distanziert. Die Diskussionen in der Deutschen Burschenschaft „überschreiten die politischen und moralischen Grenzen“, schrieb der Marktfrühschoppenverein an Obermürgermeister Vaupel von Mitte Juni. „Sie sind völlig inakzeptabel“, heißt es weiter in dem Schreiben, der Martkfrühschoppenverein wiederholt im weiteren Verlauf seine DSistanzierung von rechtsextremen Gedankengut.

Allerdings, so Pfeiffer, sei es unzulässig, die Insignien der Studentenverbindungen, Band und Mütze, mit Symbolen rechtsextremer Parteien gleichzusetzen.

Oberbürgermeister Egon Vaupel erklärte unterdessen, die Stadt bereite den Widerspruch gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts vor. Er werde bis zur Ausschlussfrist am Mittwoch Mittag beim Verwaltungsgerichtshof sein. „Man darf seine juristische Überzeugung nicht auf halbem Wege fahren lassen“, sagte Vaupel. Zu den Erfolgsaussichten wollte sich das Stadtoberhaupt im OP-Gespräch nicht konkret äußern.

von Till Conrad

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