Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Marktfrühschoppen spaltet Politiklager

Podiumsdiskussion Marktfrühschoppen spaltet Politiklager

Die hitzige Debatte über die Zukunft des Marktfrühschoppens ging am Donnerstag bei einer Diskussion im Haus der Burschenschaft "Alemannia" weiter.

Voriger Artikel
Auf den Spuren von Bruce Lee
Nächster Artikel
Eine neue Heimat in Oberbayern

Jan Sollwedel (von links), Jörg Behlen, Philipp Stompfe, Roland Frese und Steffen Rink debattierten auf dem Alemannia-Haus über die Zukunft des Marktfrühschoppens.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Seit Monaten wird bereits über Pro und Contra zum Marburger Marktfrühschoppen diskutiert. Nachdem das traditionelle Fest im Jahr 2012 wegen Sicherheitsbedenken seitens der Stadt abgesagt wurde hagelte es scharfe Kritik von Gegnern und Befürwortern des Fests.

Die umstrittene Veranstaltung wurde auch auf der Diskussionsveranstaltung der Burschenschaft Alemannia Marburg am 31. Januar thematisiert. Vertreter von SPD, CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen sowie der Bürger für Marburg (BfM) diskutierten gemeinsam mit den rund 80 versammelten Gästen „Ich halte das Fest, so wie es sich entwickelt hat, für nicht sinnvoll. Es wird für politische Zwecke missbraucht“, kritisierte Steffen Rink, SPD-Fraktionsvorsitzender. Seiner Meinung nach sei das Fest zu Recht verboten worden. Man müsse es neu aufbauen. Diese Ansicht vertrat der anwesende Stadtverordnete Jan Sollwedel von den Grünen ebenfalls.

Dem Standpunkt widersprachen die anderen drei politischen Vertreter vehement. Philipp Stompfe, Fraktionsvorsitzender der CDU, Jörg Behlen, FDP-Kreisvorsitzender und Roland Frese (Bürger für Marburg) sprachen sich für eine sofortige Wiedereinführung des Festes aus.

„Es ist ein Traditionsfest der Marburger Bürger und Studenten und nicht politisiert“, betonte Stompe. Er sieht es als bedenklich an, dass die Stadt ein Fest aufgrund radikaler linker und rechter Strömungen verbietet. Behlen beurteilte den Marktfrühschoppen als „Ausdruck einer freien liberalen Gesellschaft“ und warf den Grünen vor, den Auslöser für das Festverbot gegeben zu haben. Die Entscheidung des Oberbürgermeisters halte er für unvernünftig.

„Wir können es uns als Stadt nicht leisten, dass eine Veranstaltung politisch vereinnahmt wird“, entgegnete Sollwedel.

Frese erinnerte daran, dass es bei Diskussionen um den Marktfrühschoppen immer irgendwann politisch werde. Man müsse die Politik aus dem Thema raus nehmen. Er wolle sich aber auch das Fest nicht kaputt machen lassen und „vor ein paar Radikalen nicht das Handtuch werfen“.

Im Laufe der zweieinhalbstündigen Debatte kochte die Stimmung im Saal immer wieder hoch. Die emotionale Thematik schweifte zudem in die ein oder andere politische Debatte ab. Die Veranstalter versuchten das Geschehen und die Wortmeldungen in geregelte Bahnen zu lenken, was nicht immer gelang. Der Großteil der Gäste sprach sich für den Erhalt des Festes aus.

Am Ende konnten die politischen Vertreter keinen Lösungsweg erreichen. „Es ist schade, dass es keine Annäherung gab und die Fronten so verhärtet sind“, sagte Arndt Macheledt, Sprecher der Alemannia. Die Diskussion über die Zukunft des Marktfrühschoppens wird fortgeführt.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr