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Marktfrühschoppen: Gegner machen mobil

Volksfest Marktfrühschoppen: Gegner machen mobil

Gegner und Befürworter des Marktfrühschoppens, der am Sonntag von 11 Uhr bis 14 Uhr auf dem Marktplatz stattfindet, streiten im Vorfeld über das Fest.

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Marburg. An diesem Sonntag, 6. Juli, ist am Marburger Markt wieder der Marktfrühschoppen angesagt. Dazu werden wieder Bierbänke aufgestellt, und es gibt Blasmusik zu hören. Wie auch in den Vorjahren sorgt das Fest auch für Kritik.

„Dass es seit Jahren Proteste gegen dieses Fest gibt, dass die Stadtteilgemeinden sich aus der Trägerschaft dieses Festes längst zurückgezogen haben – das interessiert den Veranstalterverein einen feuchten Kehricht“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Linkspartei Marburg-Biedenkopf, des Antifaschistischen Ratschlags und Sprecherin Eva Gottschaldt.

"Dreiste Tour"

Organisator Tilmann Pfeiffer werfen die Autoren eine „dreiste Tour“ vor, da er in einem OP-Leserbrief vorrechne, dass – ein gewisser Anteil an neofaschistisch Eingestellten an der Gesamtbevölkerung vorausgesetzt – eben bei jedem öffentlichen Fest ein paar Nazis in Kauf genommen werden müssten. „Dass aber durchaus nicht bei jedem öffentlichen Fest, sondern allein und ausdrücklich zum Marktfrühschoppen die rechtsradikalen DB-Bünde Normannia-Leipzig, Germania und Rheinfranken ihr Kommen ankündigen und das Fest als ihres auf ihren Internetseiten bewerben – das findet Herr Pfeiffer nicht weiter schlimm.“ Das Resümee der Fest-Gegner: „Wer wissentlich und willentlich Neofaschisten ein Auftrittsforum liefert, trägt auch die Verantwortung für deren Auftreten mit. Das Fest, so fordern Gottschaldt und Co., gehöre „ersatzlos abgeschafft.“

Marktfrühschoppen-Organisator Tilmann Pfeiffer gibt sich gelassen. „Der Marktfrühschoppen ist und bleibt ein unpolitisches Volksfest. Alle sollen kommen, auch die Linken“. Pfeiffer hofft, dass trotz der angekündigten Proteste bei schönem Sommerwetter ein angenehmes Volksfest gefeiert werden kann.

Auch die Polizei bereitet sich für etwaige Einsätze beim Marktfrühschoppen vor, wie Polizeisprecher Jürgen Schlick auf Anfrage der OP betonte. Oberstes Ziel ist es, dass das Fest friedlich über die Bühne geht. Ob und wenn ja zu was für einem Polizeieinsatz es kommen werde, das müsse am Sonntag lageabhängig vor Ort entschieden werden. Wie viele Polizisten für einen möglichen Einsatz  bereitstehen, dazu wollte Schlick keine Angaben machen.

von Manfred Hitzeroth

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