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Markt-Idee: Trödel ins Treppenhaus

Aktion am Samstag Markt-Idee: Trödel ins Treppenhaus

Ein Hauch Metropole: Am Samstag sollen Bewohner quer durch die Stadt ihre Häuser, Wohnungen und Gärten öffnen, um das zu verkaufen, was sie nicht mehr brauchen. Anlass: Marburgs erster „Urban Flohmarkt“.

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Die 20-jährige Julia Schock organisiert den ersten Urban Flohmarkt in der Universitätsstadt. Am Samstag sollen Marburger ihre Wohnungen für Schnäppchenjäger öffnen – nach australischem Vorbild.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Weidenhausen, Oberstadt, Südviertel: Mehrere Teilnehmer haben im Internet bereits Interesse bekundet, Flohmarkt-Fans in ihr Zu-hause einzuladen und zum Stöbern zu kommen. „Diese Form ist viel persönlicher als ein klassischer Flohmarkt“, sagt Julia Schock. Die 20-Jährige organisiert die erste Auflage des „Urban Flohmarkts“ in der Universitätsstadt. „Ich bin ein Organisations-Mensch, mir macht es Spaß, Dinge zu planen und umzusetzen. Um Geld geht es mir überhaupt nicht“, sagt sie.

Das Konzept stammt aus Australien, auch in England und den USA wird die Idee der Garagenmärkte gepflegt. Dort schließen sich Nachbarn zusammen, um in ihrer Straße die Waren aus ihrem Haus anzubieten.

Der Markt kommt zu den Händlern

Im Gegensatz zum normalen Flohmarkt sollen sich die Marburger Käufer und Verkäufer nicht an einem zentralen Ort - etwa Schwanhof oder Messeplatz - treffen, sondern jeder bietet die Waren, die er verkaufen möchte, zuhause an. „Keine Kisten packen, nichts aufbauen, nur beim Klingeln an der Tür öffnen und ins Gespräch kommen“, sagt Schock. „Der Idealfall wäre, dass die alte Dame aus dem Erdgeschoss mit dem Punk von nebenan in Kontakt kommt“, sagt sie. Ganze Wohngemeinschaften, so Schock, könnten nun zum Semesterende ihre Zimmer ausmisten.

Es gehe nicht um die Hatz von Stand zu Stand und die Jagd nach Waren, sondern auch „um das Kennenlernen der Personen hinter den Dingen“, sagt sie. Der „Urban Flohmarkt“ sei ein „bewusstes Überschreiten der Privatsphäre“. Eine Herangehensweise, die in Australien und England - „da sind die Menschen, die Charaktere oft aufgeschlossener, höflicher“ - üblich ist. Der Flohmarkt ändere seinen Charakter im Laufe des Tages, hänge unmittelbar mit dem Mix aus Verkäufern und Kauf-Interessenten zusammen. Das tolerante Marburg, sagt sie, sei ein guter Ort, um das Konzept auszuprobieren.

Mode, Musik, Maschinen: Fast alles könne in Hinterhof, Garten, Wohnung oder Treppenhaus angeboten werden. Nur Neuwaren seien tabu, ebenso wie die Teilnahme von professionellen Händlern. Auch bei Kunstwerken bittet Schock um Zurückhaltung.

Die Adressen aller Teilnehmer werden auf dem Marburger Stadtplan im Internet veröffentlicht. Link: http://stadtplan.marburg.de

von Björn Wisker

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