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Mardorfer Esel reisen mit nach Berlin

Dr. Stefan Heck (CDU) Mardorfer Esel reisen mit nach Berlin

Die heimische CDU hat nach elf Jahren ohne eigenen Wahlkreis-Abgeordneten wieder einen Mann in Berlin. Für Dr. Stefan Heck hat eine Zeit des Eingewöhnens und des Organisierens begonnen. Im Kreis und in Berlin stellt er sich auf für seine Arbeit.

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 Stefan Heck zeigt Bilder, die er mit in sein Berliner Büro nehmen wird: Motive aus seinem Heimatort Mardorf (von links), ein Bild mit Eseln darauf in Anlehnung an den heimathistorischen Namen „Mardorfer Esel“ und eine Collage mit Parteifotos. Zudem (im Hintergrund zu sehen) ein Motiv aus der heimischen Vogelwelt, aufgenommen von einem heimischen Naturfotografen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es ist eine Zeit der Übergangslösungen, bis alles so eingerichtet ist, wie es sein soll. In der CDU-Geschäftsstelle in der Gisselberger Straße in Marburg muss Dr. Stefan Heck, der frisch gewählte CDU-Wahlkreisabgeordnete für Berlin, noch sein Büro einrichten. Die zwei Mitarbeiter, die er für die Arbeit im Wahlkreis engagiert hat, müssen noch ihre Schreibtische beziehen und die Arbeit aufnehmen. In Berlin sieht‘s ähnlich aus.

Das Büro des Abgeordneten Heck, schön gelegen Unter den Linden, ist mit seinen rund 15 Quadratmetern eine Übergangslösung, bis die endgültigen Büroräume für die Mitglieder des Deutschen Bundestags bereitgestellt werden. „Inzwischen haben wir aber einen zweiten Tisch und Stuhl bekommen“, sagt Dr. Stefan Heck und lächelt.

Er erlebt gerade eine spannende Zeit, lernt viel Neues, knüpft erste Kontakte und kommt an in der Bundespolitik - dort, wo er seit vielen Jahren hin wollte. Ein Lebenstraum, der in Erfüllung gegangen ist? So pathetisch würde Heck es nicht ausdrücken, „aber es ist schon wirklich sehr schön“, stellt er schnell klar und denkt an die erste Fraktionssitzung in Berlin mit 311 Abgeordneten, ans Kennenlernen in der Gruppe der jüngeren Kollegen - 31 CDU/CSU-Abgeordnete sind unter 35 Jahre alt - und an die ersten Eindrücke von Berlin. „Die Stadt ist angenehm und schön. Ein paarmal war ich jetzt schon in Berlin Mitte unterwegs - und ich weiß auch schon, wo ich Supermarkt und Fitnessstudio finde“, erzählt er und verweist lachend darauf, dass vor allem letzteres nach einem Wahlkampf, der sieben zusätzliche Kilos gebracht habe, jetzt ein regelmäßiger Anlaufpunkt sein solle.

Eine Wohnung für den Abgeordneten fand sich schnell - ein Vermieter aus Hecks Wahlkreis bot ihm eine Wohnung in Berlin Mitte an, gleich hinter dem Krankenhaus Charité, nur 20 Minuten vom Bundestag entfernt, „wobei das verglichen mit Mardorf schon ein weiter Weg ist“, flachst der 31-Jährige im Hinblick auf sein Heimatdorf im Ostkreis. Dass das politische Alltagsgeschäft wohl erst im Januar so richtig losgeht, kommt dem neuen Abgeordneten gelegen. „Es gibt viel zu organisieren“, sagt Heck, der fünf Mitarbeiter für sein Wahlkreisbüro und das Berliner Büro eingestellt hat. 15000 Euro stehen dem Abgeordneten monatlich für sein Personal zur Verfügung, vier volle und eine halbe Stelle entstehen dadurch.

Hecks früherer Schlagzeug- Lehrer leitet sein Büro

Für sein Berliner Büro hat Heck die Politikwissenschaftlerin Julia Wörmann aus Frankfurt als wissenschaftliche Mitarbeiterin engagiert. Das Wahlkreisbüro in Marburg wird ab 1. November Jochen Splettstößer leiten.

Christine Meister und Christian Hölting, die seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Partei engagiert sind, arbeiten zunächst beide auf Teilzeitbasis in Hecks Büro. Hölting in Berlin, Meister ab Anfang 2014 als zweite Vollzeitkraft neben Splettstößer in Marburg.

Am 23. November kommt Heck mit seinem Team in Marburg zusammen - man geht dann zum ersten Mal gemeinsam in Klausur, um sich für die Arbeit im Wahlkreis und in der Hauptstadt aufzustellen. Bis dahin sollen die Büros dann auch eingerichtet und mit der Computer-Technik ausgestattet sein, die der Bundestag den Abgeordneten zur Verfügung stellt.

Auch thematisch stellt Heck sich auf. Straßenbauvorhaben wie die Ortsumgehungen Buchenau und Eckelshausen will er von Berlin aus begleiten. Sich dafür einsetzen, dass für die Soldaten in Stadtallendorf bessere Freizeitmöglichkeiten am Bundeswehr-Standort entstehen, dass die Bahnverbindungen der Divisionsstadt besser werden - „dort hält weder die Hessische Landesbahn noch der IC“. Das Uniklinikum steht auf seiner Liste, „das soll mein erster Besuch im Wahlkreis sein, um mit den Mitarbeitern und dem Betriebsrat über die Situation dort ins Gespräch zu kommen - auch, wenn das Klinikum ein landespolitisches Thema ist.“

Auch die Philipps-Universität will Heck besuchen, um sich als Abgeordneter vorzustellen und um Anregungen für seine Arbeit zu erhalten. 40 Vereine, Verbände, Firmen und Organisationen im Wahlkreis, mit denen er sich besser bekannt machen will, hat er angeschrieben.

Nach der Wahl vom 22. September stand erst früh am nächsten Morgen fest, dass Heck in den Bundestag einrückt - eine riesige Freude für die heimische CDU, die seit Friedrich Bohls Zeit nicht mehr in Berlin vertreten war. Einige Tage nach der Wahl feierte Heck seinen Erfolg mit 120 Gästen im alten Saal in Erfurtshausen - mit dem Blasorchester der Feuerwehr Mardorf, in dem er früher selbst mitspielte als Schlagzeuger. Heck berichtet lächelnd über seinen früheren Lehrer im Orchester, Jochen Splettstößer, mit dem er heutzutage keine Musik mehr macht, dafür aber Politik. Denn Splettstößer gehört ja nun zu Hecks Fünfermannschaft für den Wahlkreis Marburg-Biedenkopf.

von Carina Becker

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