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Marburgs "teuerste Baustelle" eröffnet

Spatenstich für Marburger Straße Marburgs "teuerste Baustelle" eröffnet

Kommende Woche beginnen die Bauarbeiten in Cappels Hauptverkehrsader, der Marburger Straße. Gestern erfolgte schon einmal der symbolische erste Spatenstich für das Projekt.

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Daniel von Stackelberg, Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (von links), Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne, Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahler, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Bauamtsleiter Jürgen Rausch, Oberbauleiter Uwe Dulereit von der ausführenden Firma Eurovia und Steve Battenberg vom planenden Ingenieurbüro beim ersten Spatenstich.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Derzeit wird ein neuer Verbindungsweg von der Marburger Straße zur Umgehungsstraße auf Höhe der Einmündung „Im Rudert“ ausgebaut. Hier halten die Busse, die während der Bauarbeiten nicht durch der Cappeler Straße fahren dürfen und über die Umgehungsstraße umgeleitet werden. Bis zum Beginn der Sperrung im Cappeler Zentrum ab dem 5. September soll hier noch ein Buswartehäuschen entstehen, versprach Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne. Immerhin wird die Interimslösung bis Ende 2018, dem Abschluss der Bauarbeiten, notwendig sein.

Zunächst erneuern und erweitern die Stadtwerke ab kommender Woche noch eine Kanalverbindung zwischen dem Ortskern und der Umgehungsstraße. Ab 5. September wird dann die Marburger Straße für den ersten Bauabschnitt zwischen Schubertstraße und „Auf der Heide“ gesperrt. Bis April 2017 soll die grundhafte Erneuerung der Cappeler Straße auf diesem Abschnitt fertig sein.

Der Pkw-Verkehr wird während der gesamten Bauarbeiten über die Umgehungsstraße umgeleitet. Die Erreichbarkeit der Wohnhäuser und der Geschäfte in der Marburger Straße soll aber während der gesamten Bauzeit gewährleistet sein.

Als „Marburgs teuerste Baustelle“ bezeichnete Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) die Erneuerung der Marburger Straße. Insgesamt 4,7 Millionen Euro kostet die Sanierung, rund 2,6 Millionen Euro davon tragen die Stadtwerke Marburg, die die zum Teil mehr als 50 Jahre alten Versorgungsleitungen erneuern.

Laut Kahle ist alles "bestens vorbereitet"

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) bezeichnete die Sanierung der Marburger Straße als so dringend, dass die Stadt sie trotz der angespannten Haushaltslage in Anspruch nehmen wollte. Die „mühsam und zäh erkämpften Landesmittel“ habe man zudem nicht aufs Spiel setzen wollen.

„Die Cappelerinnen und Cappeler haben lange gewartet“, sagte Kahle, nun sei alles „bestens vorbereitet“.

Nach langer Diskussion ist nun eine fast durchgehende Straßenbreite von sechs Metern geplant, so dass auch Lkw und Busse problemlos aneinander vorbeifahren können. Die Gehwege sollen auf beiden Seiten 1,50 Meter breit sein. Versetzt an beiden Straßenseiten werden Bäume gepflanzt und Parkplätze angelegt. Das soll auch der Verkehrsberuhigung dienen.

Auf die Anwohner kommen Sanierungsbeiträge von wahrscheinlich 14 bis 18 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche zu.

Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahlers (SPD) sagte zwar erleichtert, „eine lange Geschichte kommt nun zum Ende“, wies aber auch auf die Belastungen hin, die die mehr als zwei Jahre dauernden Arbeiten für die Cappeler bedeuten. „Aber wir orientieren uns an den guten Erfahrungen beim Umbau der Kreuzung Beltershäuser Straße/Cappeler Straße“, sagte Wahlers.

Ex-Pfarrer demonstriert für andere Verkehrspolitik

Über mehrere Jahre waren verschiedene Konzepte für den Umbau der Marburger Straße diskutiert worden. Ideen einer Spielstraße oder von einem „shard space“, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, hatten sich nicht durchgesetzt.

Der frühere Cappeler Pfarrer, Hans-Horst Althaus, bekennender Anhänger einer Verkehrswende und aktiver Befürworter der Zurückdrängung des motorisierten Individualverkehrs, hatte sich im Vorfeld für das Konzept des „shared space“ stark gemacht. Mit einem Demonstrationszug der besonderen Art will Althaus, der sich selbst als „Verkehrsethiker“ bezeichnet, die Cappeler und Cappelerinnen an dieses Konzept erinnern. Althaus hängt sich ein aus Dachlatten gebautes Joch um, das in etwa die Ausmaße eines Mittelklassewagens hat, und läuft damit am Donnerstag ab 16.50 Uhr von der Georg-Voigt-Straße über die Weintraut- und die Cappeler Straße durch die Marburger Straße bis zum Cappeler Markt (und zurück über Konrad-Adenauer-Brücke, Schwanallee, Wilhelmsplatz in die Georg-Voigt-Straße).

von Till Conrad

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