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Marburger protestiert in Istanbul

Austausch-Student landete im deutschen TV Marburger protestiert in Istanbul

Der Marburger Student Hüseyin Sahin ist seit 
sechs Wochen in Istanbul. Am Samstag schloss er sich Demonstrationen gegen Erdogans Politik an und protestierte gegen die 
Inhaftierung von Journalisten.

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Der Marburger Student Hüseyin Sahin im RTL-Interview bei einer Demonstration in der Türkei.

Quelle: http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/video-rtl-aktuell-news.html. Screenshot: Thorsten Richter

Istanbul. Mutig sei er nicht, stellt Hüseyin Sahin im Gespräch mit der OP klar. Er sei auch kein politischer Aktivist, er wolle sich lediglich keine Angst machen lassen und seine Meinung kundtun. Das tat der 29-jährige Politikstudent aus Marburg am Samstag in Istanbul.

Dort war er einer von tausenden Menschen, die gegen die Politik des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan auf die Straßen gingen. RTL-und NTV-Reporter Jürgen Weichert interviewte dort Hü­seyin Sahin und machte die Meinung des Marburger Studenten deutschlandweit publik.

„Man kann nicht akzeptieren, dass das alles Terroristen sein sollen, die in die Gefängnisse geworfen werden“, sagt Sahin der OP. Er solidarisiere sich mit den Journalisten, Hochschuldozenten, Gewerkschaftern und anderen Menschen, die ihrer Arbeit nachgegangen seien und nun in Haft sitzen. Nicht mehr und 
nicht weniger wolle er ausdrücken. Sahin kam vor sechs Wochen im Zuge eines Austauschprogrammes für ein Semester aus Marburg nach Istanbul.

Nachrichten über 
Mund-Propaganda

Der Deutsch-Türke wurde in Ankara geboren, wuchs aber in Deutschland auf. „Ich war länger nicht mehr in der Türkei und verfolgte bisher die Situation von Deutschland aus“, erklärt er. Von Deutschland aus sehe es manchmal so aus, als ob in der Türkei „die Hölle“ los sei. „Das ist aber nicht so. Das öffentliche Leben geht ruhig weiter. Wenn man nicht gerade bei einer Demonstration ist, bekommt man von der politischen Situation nicht viel mit“, sagt er.

Die Regierung tue auch einiges dafür, dass dies so sei. In den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Metro oder Bus laufen auf den Bildschirmen Tierfilme oder Sportvideos. „Da kommen nur positive Berichte vor. Kritische Stimmen gibt es dort nicht“, erzählt Sahin. Weiterhin erfahren die Bürger in den Bussen, dass die Türkei ein wachsender Markt im Energiesektor sei oder wie gut der Umbau des Präsidialsystems sei. „Das ist so etwas wie Propaganda“, so Hüseyin Sahin.

Über „Mund-Propa­ganda“ erfahre er über Demonstrationen oder kritische Berichterstattung. „Im Internet steht wenig, die Veranstalter wollen keine Gegendemonstrationen anziehen“, sagt der Student.

von Anna Ntemiris

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