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Marburger gedenken Terroropfern

Mahnwache Marburger gedenken Terroropfern

Etwa 80 Menschen haben am Donnerstagabend auf dem Marburger Marktplatz mit einer Mahnwache der Opfer der Terroranschläge von Brüssel gedacht.

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Menschen verschiedener Religionen kamen zu einer Mahnwache gegen den Terror auf dem Marburger Marktplatz.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Eingeladen hatte der Runde Tisch der Religionen. Und gekommen waren neben Vertretern der Stadtpolitik, sowie Bürgerinnen und Bürgern auch zahlreiche Vertreter der in Marburg beheimateten Religionsgemeinschaften. Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die im Industriegebiet in Cappel gerne eine Moschee bauen wollen hatten zudem einen Informationsstand aufgebaut und trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Muslime für den Frieden“.

Für diesen Frieden auf der Welt und in Gedenken der Opfer und ihrer Angehörigen schwiegen die Menschen einige Minuten und hielten Kerzen. Zuvor hatte die stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Monika Bunk für den Runden Tisch betont, dass es darum gehe, Stellung zu beziehen, Gesicht zu zeigen. Die Anschläge von Brüssel, ebenso in Ankara und Istanbul, „und auch Paris ist noch nicht lange her“, seien Anschläge auf unsere Demokratie und unsere Werte.

„Wir wollen gemeinsam innehalten und gedenken“, so Bunk, „aber auch zeigen, dass uns innerhalb aller Religionen mehr verbindet, als trennt“. Der Artikel 1 des Grundgesetzes besage, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, das gelte für alle. Und es dürfe keinesfalls passieren, dass die Anschläge von denjenigen genutzt werden, die erst im letzten Wahlkampf gegen Flüchtlinge und den Islam gehetzt haben.

"Wer das Geschäft dieser Terroristen nicht unterstützen will, sucht jetzt erst recht den Schulterschluss mit allen friedliebenden Menschen - egal welcher Religion. Nur das kann den Sumpf trocken legen. Einen anderen Schutz gibt es nicht", zitierte Bunk die ARD-Journalistin Monika Wagener.

Rathaus in belgischen Farben

Die Mahnwache in Marburg, so Bunk, sei sicher nur ein kleines Zeichen. „Aber wir wollen zeigen, dass es viel mehr Menschen gibt, die für Toleranz und Offenheit stehen, als für Gewalt und gegen die Demokratie, lassen Sie uns in Marburg so weitermachen.“

Auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies sagte, dass die Anschläge Betroffenheit und Empörung hervorrufen. Aber genau das seien schlechte Ratgeber, hob er hervor. Schließlich sei es der Wille der Terroristen, Angst zu schüren und Eskalationen voranzutreiben. „Dem dürfen wir uns nicht beugen“, sagte Spies.

Besonnenheit, Zurückhaltung und auch versöhnliche Reaktionen seien bei all dem Schrecken gefragt, so das Stadtoberhaupt. Und konkret in Marburg dürfe sich niemand, auch die Muslime nicht, für seine Religion rechtfertigen müssen. „Denn Gewalt hat nichts mit Religion zu tun, sie ist nie gewalttätig, sondern nur Menschen sind gewalttätig.“

Die Stadt Marburg hatte anlässlich der Anschläge bis in den späten Abend das Rathaus in den Nationalfarben Belgiens erleuchtet.

von Heiko Krause

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