Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Marburger baut in Afrika ein Krankenhaus auf

Forschung Marburger baut in Afrika ein Krankenhaus auf

Der Medizin-Student Christian Kreisel fährt für die Datenerhebung zu seiner Doktorarbeit nach Tansania und begleitet Bergsteiger auf den Kilimandscharo.

Voriger Artikel
Prostatakrebs: Marburger Experten klären auf
Nächster Artikel
Eckhard Bier vermisst

Christian Kreisel (Mitte) hat bereits den richtigen Rucksack für sein Abenteuer. Axel Sauvageot (links) und Dr. Holger Thiemann wünschen ihm viel Erfolg für die Studie.Foto: Peter Gassner

Marburg. Im Jahr 2009 kam der gelernte Physiotherapeut zum Studium nach Marburg. Nun steht er kurz vor seiner Doktorarbeit und fragte sich „für welches Thema mein Herz schlägt“. Da er sich seit seiner Ausbildung „für alles rund um den Kopf“ interessiert und selber gerne bergsteigt, stieß er auf ein Thema, das an der Uni Siegen angeboten wurde. Da er seinen Doktorvater Professor Veit Braun sofort von seiner Idee begeistern konnte, entstand ein Siegen-Marburger Gemeinschaftsprojekt, für das er ab dem 28. August bis Mitte April nach Tansania fährt.

In dem ostafrikanischen Land wird er sechs Bergsteigergruppen auf den Kilimandscharo, den mit 5895 Metern höchsten Berg Afrikas, begleiten und alle 500 Höhenmeter auf die Höhenkrankheit untersuchen, die bei zu schnellem Aufstieg aus Sauerstoffmangel resultieren kann. In schweren Fällen führt sie zum Höhen-Hirn-Ödem, bei dem die Überlebensrate nur bei 50 Prozent liegt. Die Krankheit sei noch nicht genau erforscht, erzählt Kreisel, und noch gar nicht bekannt sei, ob es auch langfristige Folgen bei Menschen gebe, bei denen die Krankheit nicht ausbricht.

Klinik-Mitarbeiter Axel Sauvageot berichtete jedenfalls von enormen Anstrengungen während des Aufstiegs. Letztes Jahr hätte er 300 Meter vor dem Gipfel fast aufgegeben. Aus diesem Grund benötigt auch Kreisel Regenerationspausen zwischen den Besteigungen. In dieser Zeit wird er helfen die physiotherapeutische Abteilung eines Klinikums aufzubauen und sein Expertenwissen an andere weiter zu vermitteln. Ob ihm dies in der Kürze der Zeit gelingt weiß er jedoch nicht, denn „wir fangen quasi bei den Grundmauern an“, so der Student. Hilfe erhält er allerdings vom UKGM. Geschäftsführer Dr. Holger Thiemann möchte den Kilimandscharo selbst einmal bezwingen und sagte Kreisel zu, Geräte zu spenden, die in Marburg nicht mehr verwendet werden können. Ab Mitte nächster Woche können die Erlebnisse Kreisels auf seinem Blog unter www.christian-kreisel.de mitverfolgt werden.

von Peter Gassner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr