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Marburger Linke will Armut bekämpfen

Kommunalwahl Marburger Linke will Armut bekämpfen

Einstimmig verabschiedeten die Marburger Linken ihr Wahlprogramm. Linken-Landeschef Jan Schalauske ist Spitzenkandidat für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung.

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Spitzenkandidat ist Linken-Landeschef Jan Schalauske (Fünfter von links). Fraktionsvorsitzender Henning Köster (von rechts) und Tanja Bauder-Wöhr stehen vorne auf der Liste.

Quelle: Adolf Braun

Marburg. Jan Schalauske griff in seiner Vorstellung des Wahlprogramms, das am Ende von den Mitgliedern beschlossen wurde, die rot-grüne Koalition an. Sie überschlage sich mit Superlativen, um die Lage in der Stadt zu beschreiben, sagte er. „Man bekommt den Eindruck, in Marburg ist alles prima.“ Doch hinter der goldenen Kulisse gebe es noch viele soziale Probleme.

„8000 Menschen leben in Marburg an oder unter der Armutsgrenze“, Stadtbusse seien im Semester überfüllt, es sei nicht gelungen die Öffnungszeiten für das Hallenbad Wehrda zu verlängern, führte er als Beispiel auf.

Die Linke fordert die Erweiterungen der Leistungen des Stadtpasses. Auch die Einführung eines Sozialtarifs für die Stromversorgung bei den Stadtwerken zählt zu den Forderungen der Linken. Kritik übte Schalauske auch an der Beschäftigungspolitik der Stadt als Arbeitgeber. Bei der Marburger Service-Gesellschaft (im Altenheim tätig) würden Beschäftigte für weniger als zehn Euro pro Stunde arbeiten - da sei Altersarmut programmiert. Die Marburger Linke fordert einen Mindestlohn für Beschäftigte der Stadt und ihren Betrieben von zwölf Euro. Ein weiteres Thema, das die Linke bereits zur OB-Wahl im Juni gesetzt hatte, ist Wohnraum. Weil in den nächsten fünf Jahren für mehr als 400 weitere Wohnungen die Mietpreisbindung formal ausläuft, müsse dieser Rückgang durch den Bau von tausend neuen Sozialwohnungen ausgeglichen werden. Die Linke fordert bei privat finanzierten Bauprojekten eine Sozialquote von 30 Prozent. Die Forderung der CDU nach einer Privatisierung der Gewobau bezeichnete Schalauske als Wahnsinn.

Die Integration von Flüchtlingen, die Förderung der Schul- und Kulturangebote sind ebenfalls Schwerpunkte im Programm. Für die „Verkehrswende“ wollen die Linken, dass Busfahren günstiger wird oder beispielsweise Tempo 30 in der Innenstadt und in Wohngebieten. Die alte Forderung nach der Untertunnelung der Stadtautobahn bleibt, allerdings gaben Mitglieder zu bedenken, dass die Umsetzung viel Geld koste, das andernorts besser aufgehoben sei. „Uns geht es nicht um rechnerische Mehrheiten. Wir wollen Politik verändern“, so Schalauske. „Für uns endet die Politik in Marburg nicht an der Stadtgrenze, wir wollen Hessen, Deutschland und ein Stück weit die Welt verändern. Das Ergebnis der OB-Wahl gibt uns Rückenwind.“ Schalauske kam als OB-Kandidat im ersten Wahlgang mit fast zehn Prozent auf Platz drei.

66 Personen stehen auf der einstimmig verabschiedeten Liste für die Stadtverordnetenversammlung. Die jetzige Stadtverordnete Halise Adsan ist nicht mehr dabei. Sie sei auf Platz 12 aufgestellt gewesen und habe dann ihre Kandidatur zurückgezogen, so Fraktionschef Henning Köster auf Anfrage.

von Anna Ntemiris

 
Liste

Die ersten 25 Kandidaten auf der Liste der Marburger Linken für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung:

1. Jan Schalauske

2. Tanja Bauder-Wöhr

3. Henning Köster

4. Renate Bastian

5. Roland Böhm

6. Inge Sturm

7. Jonathan Schwarz

8. Elisabeth Kula

9. Sebastian Chwala

10. Stefanie Wittich

11. Michael Horstmann

12. Astrid Kolter

13. Markus Wöhr

14. Heidemarie Hoffmann

15. Arvelo Miguel Sanchez

16. Christel Gabrian-Zimmermann

17. Nico Biver

18. Andrea Sollwedel

19. Klaus Denfeld

20. Birgit Schäfer-Biver

21. Ludwig Luttrop

22. Naxina Wienströr

23. MartinGronau

24.BärbelSchwarz-Köppl

25. Johannes Linn

 
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