Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Marburger Kirchen schließen früh

Öffnungszeiten Marburger Kirchen schließen früh

Marburg lockt im Sommer viele Touristen. Zu den größten Attraktionen neben Schloss und Oberstadt zählen auch die Pfarrkirche und die Elisabethkirche. Doch wie steht es um die Öffnungszeiten der Gotteshäuser?

Voriger Artikel
Der Keller der Schnaps-Schädel
Nächster Artikel
Das versoffene Wochenende

Seit zwei Wochen gelangen Besucher auch montags wieder in die Elisabethkirche, die mit Schloss und Lutherischer Pfarrkirche zu den touristischen Hauptzielen der Stadt zählt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Seit dem 15. Juli dürfen die Besucher auch wieder montags die Elisabethkirche besichtigen. Zu der umstrittenen Schließung des Wahrzeichens an Montagen war es nach einem Kirchernvorstandsbeschluss im Frühjahr gekommen, nachdem die Notwendigkeit von Einsparungen deutlich geworden war (die OP berichtete). Dank der Hilfe durch die Stadt konnte aber zunächst eine Vereinbarung für 2013 getroffen werden, die Touristen auch zu Beginn der Woche ermöglicht die Elisabethkirche aufzusuchen.

„Die Leute sind sehr froh, dass sie nun auch montags wieder kommen können“, sagt Anni Loponen, die an diesem Montag an der Kasse saß. Bereits bis 12.30 Uhr hatte sie alleine 40 Karten für den kostenpflichtigen hinteren Bereich der Kirche verkauft. Eine offizielle Zahl der Besucher für den vorderen Bereich bis zum Kreuzaltar gibt es nicht, jedoch waren dort am Montagvormittag einige Touristen anzutreffen. So zum Beispiel eine Besucherin aus Amöneburg, die die Kirche mit ihren Gästen aus Indien besichtigen wollte. „Ich habe in der OP gelesen, dass die Elisabethkirche montags wieder auf ist, und finde das toll. Für uns ist das optimal, denn wir hatten nur heute Zeit, hierher zu kommen.“ Auch die Amerikanerin Charlotte Dawson findet es „sehr wichtig, dass die Kirche jeden Tag geöffnet ist. Es ist eines der interessantesten Gebäude in Marburg und manche Menschen haben eben nicht viel Zeit“.

Seitens der Kirchengemeinde räumt man ein, dass „die Nachfrage einfach da war und immer wieder Beschwerden kamen“, so Hanna Kalb vom Gemeindebüro. Umso wichtiger war es daher den Zutritt während der Ferienzeit durchgehend zu ermöglichen. Trotz des bereits deutlich spürbaren Zulaufs müsse es „jetzt auch beworben werden“, dass der Zutritt am Montag nun wieder möglich sei, findet Anni Loponen. Denn nachdem das Bauwerk einige Zeit lang an diesem Tag nicht zu betreten war, „müssen die Leute erst einmal wieder Notiz davon nehmen“, erläutert sie. Der bisherige Zuspruch scheint die Öffnung an allen Tagen jedenfalls vorerst zu bestätigen. Rundum zufriedenstellend scheinen die Zeiten dennoch nicht für alle zu sein, gerade an den Wochenenden.

Gottesdienst um 18 Uhr

„Wir sind froh, dass montags wieder auf ist, denn da kamen die meisten Beschwerden“, sagt Hanna Ernst von Marburg Tourismus und Marketing (MTM), jedoch sei auch die frühe Schließung an den Samstagen und Sonntagen „nicht optimal“. Wie auch an Wochentagen gelten dort die Öffnungszeiten von 9 bis 17 Uhr. Um 18 Uhr findet zudem jeweils ein Gottesdienst statt, bei dem jeder die Möglichkeit hat teilzunehmen.

Auch in der Lutherischen Pfarrkirche wird jeweils um 9 Uhr geöffnet und um 17 Uhr geschlossen. Samstags findet jedoch die „Stunde der Orgel“ um 18 Uhr statt, bei der wie auch bei Gottesdiensten, jeder freien Zutritt hat. Zudem finden jährlich über 120 Veranstaltungen in der Pfarrkirche statt, die in der Regel abends laufen. An vielen Abenden besteht also auch länger die Möglichkeit zur Besichtigung, „dann aber leider kostenpflichtig, da das Geld für die Konzerte gedacht ist“, so Dekan Burkhard zur Nieden. „Es gibt unglaublich viele Konzerte in der Pfarrkirche, aber bei jedem zahlen wir als Kirche drauf“, erläutert er die finanziellen Zwänge. Die Kirchen bewegten sich seit Langem „an der Grenze der Insolvenz“, sodass eine längere Öffnung der beiden großen Kirchen nicht möglich sei. „Die längeren Öffnungzeiten sind uns ein großes Anliegen“, sagt zur Nieden, doch finanziell „können wir es einfach nicht leisten“. Der Stadt sei man daher für die Hilfe bei der Elisabethkirche dankbar, doch dafür, so zur Nieden, „geben wir Marburg im Tourismusbereich auch viel zurück“.

von Peter Gassner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr