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Marburger Jung-Forscher prämiert

„Jugend forscht“ Marburger Jung-Forscher prämiert

Toller Erfolg für die jungen Wissenschaftler des Landkreises. Gleich drei Projekte holen bei „Jugend forscht - Schüler experimentieren“ Platz eins.

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Beeindruckendes Modell: das Experiment zur Kraft eines Regentropfens.

Quelle: Nadine Weigel

Lollar. Es ist still. Die Spannung steigt. Aufgeregt schauen Wilhelm (14), Tobias (14) und Jonathan (14) zum Podium. Dort werden gerade die Sieger des Regionalwettbewerbs „Jugend forscht - Schüler experimentieren“ verkündet.

Zwei Jahre lang haben die Achtklässler der Martin-Luther-Schule in Marburg auf diesen Moment hingearbeitet. Sie haben Messungen durchgeführt, chemische Stoffe untersucht und alles genau dokumentiert. Längst sind die Jung-Forscher absolute Experten auf ihrem Gebiet. Wilhelm spricht von „Adhäsionskräften“, Tobias definiert die „Oberflächenbeschaffenheit“ und Jonathan erklärt eine Messtabelle.

Dass sie jetzt auf den Sieg beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht - Schüler experimentieren“ hoffen, ist aber dennoch dem Zufall geschuldet: „Es war ein verregneter Tag und ich saß mit meinem Vater im Auto“, erinnert sich Wilhelm. Die Regentropfen perlten sich an der Scheibe ‑ und fielen nicht ab. Wilhelm fand das faszinierend. Wie stark die wirkenden Kräfte wohl sein müssen, dass sie an der Glasscheibe haften? Wilhelm wollte es herausfinden. Auf wissenschaftliche Weise. Möglichst exakt wie Albert Einstein.

Auch seine beiden Schulfreunde, Tobias und Jonathan, waren von dem Phänomen fasziniert. „Als wir dann unseren Lehrer gefragt hatten, meinte er, dass es eine gute Idee wäre, um an einem Wettbewerb teilzunehmen.“ Die drei Freunde planten erste Schritte. Ihr Ziel: Die Kraft eines Regentropfens erklären.

„Das ist ein sehr anspruchsvolles Thema, welches sich die Jungs gewählt haben“, sagt Chemie-Lehrer Oliver Wißner. Er betreut die Nachwuchs-Forscher und gibt Hinweise. „Das freiwillige Engagement der Schüler ist sehr hoch.

 

Nicht nur das Wassertropfen-Projekt sorgte für Aufsehen. Gleich zwei erste Preise gewannen die Studenten der Marburger Zahnklinik. Das Projekt dürfte auch viele Patienten beruhigen, die Angst vor dem Besuch beim Zahnarzt haben. „Wir haben eine Methode entwickelt, die mittels Blaulicht aufzeigen kann, wo der Patient kariöse Stellen an den Zähnen hat“, sagt Sam Razaeian (20), der die Arbeit zusammen mit Johanna Mörs (20) und Constantin Dunker (20) entwickelte.

Die Methode benötigt lediglich Farbfilter und LED-Lampe. Durch die Lichteinstrahlung sind die porösen Stellen im Zahn erkennbar. Die Methode kann den Patienten aufklären, inwiefern er seine Mundhygiene verbessern sollte. Das Verfahren beugt einer Karies vor. Zahnmediziner Professor Dr. Michael Gente betreute die Innovation der Studenten: „Sie haben hervorragend gearbeitet und gleichzeitig auch viel über das eigentliche Projekt hinaus gelernt.“

In der zweiten Arbeit, die von den Zahnmedizinstudenten Sonja Rahim (21), Constantin Dunker (20) und Sam Razaeian (20) eingereicht wurde, geht es um die Zahnstruktur und an welchen Stellen die Quelle der Fluoreszenz liegt. Auch hier lobte die Jury den hohen Grad der wissenschaftlichen Arbeit.

Alle drei prämierten Projekte qualifizierten sich für das Hessen-Finale des Wettbewerbs in Darmstadt am 30. und 31. März. Die Nachwuchs-Forscher werden auch da wieder gespannt zum Podium blicken und auf eine Auszeichnung hoffen.

von Ronny Zimmermann

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