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Marburger Jäger: "Wir hissen keine weiße Fahne"

Geschichte Marburger Jäger: "Wir hissen keine weiße Fahne"

Die Kameradschaft will ihr umstrittenes Kriegerdenkmal nicht aufgeben und bietet der Stadtverwaltung an, den Stein aus Bortshausen anderswo aufzubauen.

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Demonstration gegen das Kriegerdenkmal im April 2012.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. „Wir haben nicht die weiße Fahne gehisst“, sagt ein Sprecher der Vereinigung. Die Marburger Jäger befürchten nach eigenen Aussagen, dass Aussagen von Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) während der vergangenen Stadtverordnetenversammlung falsch aufgefasst werden könnten. Kahle sprach davon, dass die Kameradschaft in einer Stellungnahme „nicht mehr auf diesen Standort besteht“ und dass der Magistrat den Stein gegebenenfalls „umsetzen soll“. Dem Widerspruch zur Abbauverfügung, so der Kameradschafts-Sprecher, der Stadt habe man ein Schreiben beigefügt, in welchem man die Herkunft sowie Bedeutung des Kriegerdenkmals erläutere - und dass es sich bei dem Stein um „ein Kulturgut der Stadt Marburg handelt“, für welches sie „einen Kostenzuschuss zum Transport nach Bortshausen“ gegeben habe.

„Wenn die Stadt sich um dieses Kulturgut kümmern will, haben wir nichts gegen eine Inobhutnahme. Wir wollen aber dafür sorgen, dass dieses Denkmal nicht auf der Müllhalde der Geschichte landet.“ Seit 2011 steht der Stein auf einem Privatgrundstück in Bortshausen, ursprünglich stand er im heutigen Waldtal. Die Marburger Jäger, seit 1866 in Marburg stationiert, sind umstritten. Laut wissenschaftlicher Aufarbeitung durch die Marburger Geschichtswerkstatt waren die Jäger etwa für Kriegsverbrechen im beglischen Dinant 1914 verantwortlich. Das streitet die Kameradschaft ab, bezeichnet das Ergebnis als „höchst umstritten, es sind Falschbehauptungen“.

von Björn Wisker

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