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Marburger DRK-Chef: „Risiko bleibt bestehen“

Marburg Marburger DRK-Chef: „Risiko bleibt bestehen“

Das Deutsche Rote Kreuz betrachtet den Marburger Markenrechtsstreit als europaweiten Ausnahmefall. Eherenamtliche Helfer von Kleiderkammern bräuchten keine Angst vor Testkäufern zu haben.

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Nachdem ein Testkäufer im Alt-Kleider-Laden des DRK eine gefälschte Louis-Vuitton-Tasche fand, fragt sich Rudi Kittel, wie sich der DRK vor solchen Fällen schützen kann.

Marburg. Der Streit zwischen dem Deutschen Roten Kreuz Marburg und der Luxusfirma Louis Vuitton ist beigelegt, doch das grundsätzliche Problem ist für den DRK-Geschäftsführer Rudi Kittel noch längst nicht aus der Welt.
Wie kann vermieden werden, dass Kleiderkammern unbeabsichtigt gefälschte Markenprodukte im Sortiment haben? Ein Testkäufer hatte im Alt-Kleider-Laden des Deutschen Roten Kreuzes in Marburg eine gefälschte Louis-Vuitton-Tasche für drei Euro gekauft.
Kurze Zeit später forderte eine Hamburger Rechtsanwaltskanzlei, die die Luxusfirma Louis Vuitton vertritt, 2 600 Euro vom DRK. Nachdem die Oberhessische Presse recherchierte und am 20. Juni der erste Artikel über den Fall Louis Vuitton versus Deutsches Rote Kreuz Marburg erschien, berichteten nach und nach alle überregionalen Zeitungen und viele Fernsehsender über die Angelegenheit. Letztendlich entschuldigte sich das Pariser Unternehmen bei Kittel und zog die Anwälte zurück.
Doch Kittel stellt sich seitdem die Frage, was ist, wenn wieder ein Testkäufer – vielleicht von einer anderen Firma – den Laden aufsucht und etwas findet? Schließlich hatte sich vor einigen Tagen eine Secondhand-Laden-Betreiberin aus Dortmund bei ihm gemeldet, die ähnliche Erfahrungen schilderte. Sie habe wohl unbeabsichtigt unechte Markenkleidung verkauft und müsse nun viel Geld zahlen. Kittel schrieb daher den Landes- und Bundesverband des DRK an, mit der Bitte um eine juristische Klärung, erhielt aber bislang keine Antwort.
„Es wird keine generelle juris tische Überprüfung geben“, sagte gestern die Pressesprecherin des Deutschen Roten Kreuzes, Svenja Koch, auf Anfrage der OP. „Kleiderkammern sind nicht der Hort für Markenschutz-Verletzungen. Unser Anliegen ist es, Menschen mit Kleidung zu versorgen, die sie brauchen“, erklärte sie.

von Anna Ntemiris

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