Marburg. Knapp 1.000 Orientalisten – vom Studierenden bis zum emeritierten Forscher – werden zum Orientalistentag in Marburg erwartet. Die mit Abstand größte Sektion beschäftigt sich mit dem Thema Islamwissenschaft. Doch ansonsten ist das Spektrum der auf dem Fachkongress vertreten Wissenschaftler sehr breitgefächert. Von Afrikanistik über Indologie bis hin zu Sinologie (Chinakunde) und Japanologie reichen die Fächer der angemeldeten Forscher.
„Beim Orientalistentag gibt es traditionell ein weitgefasstes Verständnis des Begriffs Orient, der dann geographisch nicht-europäische und nicht-westliche Länder von Marokko bis nach Japan umfasst“, erklärt der Marburger Semitisik-Professor Stefan Weninger. Er organisiert den Orientalistentag zusammen mit dem Marburger Iranistik-Professor Christoph Werner und Dr. Leslie Tramontini, der Geschäftsführerin des Centrums für Nah- und Mitteloststudien (Orientzentrum). Mitveranstalter des Fachkongresses ist die Deutsche Morgenländische Gesellschaft.
Der 31. Deutsche Orientalistentag wird am Montag, 20. September, um 10 Uhr in der Alten Aula eröffnet. Die Festrede zum Thema „Musterschüler oder Zauberlehrling: Wie viel Westen steckt im modernen Islam?“ hält Professor Thomas Bauer (Münster). Die anschließende Tagung kann wegen der Sanierungsarbeiten nicht im Uni-Hörsaalgebäude stattfinden, das bis zum Start des Wintersemesters gesperrt bleibt. Tagungsorte sind neben der Alten Universität das Orientzentrum in der ehemaligen Kinderklinik, die Philosophische Fakultät sowie das benachbarte Geographische Institut der Marburger Uni. Insgesamt wird es in verschiedenen Sektionen mehr als 570 Vorträge geben.
von Manfred HItzeroth
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