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Marburg will mehr Flüchtlings-Kinder aufnehmen

Asylbewerber Marburg will mehr Flüchtlings-Kinder aufnehmen

Die Universitätsstadt will regionales Zentrum für die Aufnahme von elternlosen Flüchtlingen (sogenannte unbegleitete Minderjährige) werden. Ein neues Gesetz von Bundes-Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) könnte das ermöglichen.

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In Marburg sollen künftig wesentlich mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben. Archivfoto

Quelle: Fredrik Von Erichsen

Marburg. Künftig sollen den städtischen Plänen zufolge weitaus mehr Kinder und Jugendliche, die ohne Mutter und Vater nach Deutschland geflohen sind, in Marburg leben. Das hat Christian Meinecke, Chef der städtischen Jugendhilfe, am Freitag gegenüber der OP angekündigt.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) müssen bislang von Jugendämtern an ihrem Ein-reiseort untergebracht und betreut werden. In Zukunft sollen die Jugendlichen dort untergebracht werden, wo Platz ist - und dafür bietet sich die Verwaltung der Universitätsstadt nun an.

"Wunderbare Bedingungen, um erwachsen zu werden"

„Hier herrschen für junge Leute wunderbare Bedingungen, um erwachsen zu werden, das Selbstständigsein zu lernen. Und die Wohnsituation ist nicht ganz so schlimm wie etwa im Rhein-Main-Gebiet“, sagt Meinecke.

Schon jetzt übertritt Marburg bei den umF-Betreuungszahlen die gesetzlich vorgegebenene Aufnahme-Quote. In Wohngruppen des St. Elisabethvereins im Waldtal und Gertrudisheim am Richtsberg leben mehr als 30 elternlose Flüchtlingskinder. „Mit dem Schritt, eines von mehreren regionalen Zentren in Deutschland zu sein, würden wir die Aufnahmezahlen nochmal deutlich erhöhen“, sagt Meinecke. Die Gründung von weiteren Spezial-Wohngruppen samt pädagogischer Betreuung in der Stadt sei dafür nötig.

"Zukünfitge Azubis, Nachbarn, Mannschaftskameraden"

„Von allen Geflüchteten sind es diese jungen Leute, die ziemlich sicher in Marburg, in Deutschland bleiben werden. Das sind künftige Azubis, Nachbarn, Mannschaftskameraden. Speziell ihnen müssen wir Perspektiven bieten“, sagte Dr. Franz Kahle, Bürgermeister und Jugenddezernent kürzlich der OP.

Derzeit leben mehr als 18 000 in der Bundesrepublik (alleine 2014 reisten mehr als 6500 ein). Die meisten stammen aus Afghanistan, Syrien, Somalia und Eritrea. Das Gesetz aus dem Bundesfamilienministerium könnte 2016 in Kraft treten und wurde am Freitag von Ministerin Manuela Schwesig (SPD) in Berlin vorgestellt.

von Björn Wisker

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