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Jugendaustausch

Marburg wie Maribor und umgekehrt

Schon 30 Jahre lang kommen alljährlich Schülergruppen aus Maribor nach Marburg, knüpfen dort Kontakte zu Deutschen - und merken, dass sich Deutsche und Slowenen ziemlich ähnlich sind.
Deutsche und slowenische Herzen schlagen gemeinsam. Mit einem Plakat zeigten Schüler aus Maribor Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (ganz links) ihre Verbundenheit zur Bundesrepublik.

Deutsche und slowenische Herzen schlagen gemeinsam. Mit einem Plakat zeigten Schüler aus Maribor Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (ganz links) ihre Verbundenheit zur Bundesrepublik

© Yannic Bakhtari

Marburg. „Seit 25 Jahren komme ich immer wieder her“, sagte Stanka Damjan, die als betreuende Lehrerin mit 19 Schülern im Alter von 12 bis 17 Jahren das deutsche „Maribor“ besuchte. Maribor ist die slowenische Schreibweise Marburgs.

Unterstützt wird Damjan von ihrem Mann Božidar und der Deutschen Dana Welz sowie der Slowenin Maja Jancar, die als Deutschlehrerinnen die Deutschkenntnisse der Slowenen im Haus der Jugend aufbessern.

Die Schüler werden dazu in Deutschanfänger und Fortgeschrittene eingeteilt. Für ihr kontinuierliches ehrenamtliches Engagement bekam Damjan sogar schon die Goldene Nadel der Stadt Marburg, wie sie erzählte.

Jedes Jahr besuchen neue Schülergruppen Marburg, und in jedem Jahr gibt es neben dem Sprachenunterricht diverse Freizeitangebote zum Auskundschaften und Kennenlernen der Stadt. Einen Kulturschock erleben die Kinder dabei nicht, sie sehen vielmehr Gemeinsamkeiten zwischen ihren Ländern: „Deutsche verhalten sich nicht irgendwie anders als Slowenen“, meinte die 13-jährige Danaja.

Auch das Essen sei dem slowenischen ähnlich und schmecke ihr gut. „Nur die Öffnungszeiten der Geschäfte sind hier anders; die Geschäfte in Marburg machen früher zu als in Slowenien“, wussten Danaja und Lehrerin Jancar zu berichten.

Danaja war zwar zuvor schon einmal in Deutschland gewesen, in München, doch Marburg kannte sie noch nicht, erzählte sie. „Ich mag Deutschland, aber finde die Sprache schwer, schwerer als Englisch“, sagte die Slowenin. Beide Fremdsprachen sind laut Jancar in den Schulen Maribors Pflicht, vor allem durch die Nähe zum deutschsprachigen Raum mit dem Nachbarland Österreich.

Jan (11) gefiel am besten die Elisabethkirche

Doch die Jugendlichen waren in erster Linie gar nicht wegen der Sprache gekommen, sondern um das fremde Land besser kennenzulernen. Das Programm war voll: Eine Rallye, einen Ausflug in den Stadtwald, den Botanischen Garten und zum Landgrafenschloss gab es unter anderem. „Außerdem sind wir jeden Tag im Aquamar“, erzählte Stanka Damjan lächelnd. Am Ende des Deutschland-Ausflugs ging es für die Kinder noch nach Amsterdam und danach in den Heide Park Soltau.

Beim Empfang im Historischen Rathaussaal gelang es den jungen Besuchern, Marburgs Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) zu begeistern, mit selbst einstudierten Reden, Pianostücken und sogar einem Song mit eigener Performance. „Das haben wir erst kurz vorher noch schnell eingeübt“, fügte Damjan hinzu.

Die Jugendförderung und der Freundeskreis Marburg-Maribor organisieren den Austausch zusammen mit der gemeinnützigen Einrichtung „Zveza Prijateljev Mladine“ (zu Deutsch: Verein der Freunde der Jugend). Viele der Kinder freuen sich darüber, den Ausflug machen zu können.

Der elfjährige Jan möchte sogar „vielleicht mal in Deutschland oder Österreich arbeiten“. Am besten gefielen ihm die Elisabethkirche und die alten Häuser Marburgs.

von Yannic Bakhtari


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