Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Marburg schickt Willi Weitzel zu den Syrern

Landrätin übergibt Sachspenden Marburg schickt Willi Weitzel zu den Syrern

Eine Anhänger-Ladung voll Umzugskartons, Spiel- und Anziehsachen, Windeln und Schulbüchern haben Spender am Landratsamt abgegeben.

Voriger Artikel
Häusling: Ohne Subventionen keine Chance
Nächster Artikel
Ein halbes Jahrhundert voller Musik

Auszubildende des Landratsamtes haben im Auftrag von Kirsten Fründt Sachspenden von Marburgern entgegengenommen. Diese haben Manuel und Willi Weitzel am Montag am Landratsamt entgegengenommen. Christiane Löwer (3. v. r.) und Jens Wagner (2. v. r.) spendeten 50 Umzugskartons und halfen auch gleich beim Transport.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Der große Trubel um ihn und seine Brio-Eisenbahn war Ben Stein eindeutig unangenehm. Der junge Marburger wollte lieber gleich weiter zum Fußballtraining, als auf das Gruppenfoto. Ließ sich dann aber doch von seiner Mutter und Willi überzeugen.

„Hilfe von deutschen Kindern für syrische Kinder“, ist die Idee hinter dem Hilfstransport der Stadtallendorfer Willi und Manuel Weitzel. Der Satz wird auf Deutsch und auf Arabisch auf dem Lkw stehen, mit dem die beiden am kommenden Dienstag in Richtung Syrien aufbrechen werden. Im Laster werden vier Tonnen Hilfsgüter stecken, von denen ein Großteil von Kindern aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf gespendet wurde.

Die Motivation ist bei allen Unterstützern dieselbe: „Damit die Kinder etwas zum Anziehen, zum Spielen haben“, sagt zum Beispiel Hannelore Hamel aus Bürgeln. Sie hatte in der OP von der Aktion gelesen und war mit ihrem Mann, einer großen Kiste mit Kindersachen und einem Schein in der Hand zu Willi an die Garage beim Landratsamt gekommen.

„Es ist schön zu wissen, dass die Spenden bei den Kindern ankommen - dass Willi uns berichten kann, wem er die Sachen gegeben hat“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Sie sei sofort von der niedrigschwelligen Hilfsaktion überzeugt gewesen.

Schlusssprint beginnt

Für die Weitzels beginnt jetzt der Schlusssprint. Seitdem Willi an Silvester die Idee kam, hat sich das Projekt für die Brüder zu einem Vollzeitjob entwickelt. Die Sorge, dass etwas schief geht, raubt ihnen den Schlaf, der Ärger über bürokratische Hürden die Nerven. Aber die Unterstützung die ihnen überall, sogar auf offener Straße, entgegengebracht wird, baut auf. „Die Menschen stecken mir einfach Geld zu: 20 Euro hier, 200 Euro da - diesem Vertrauen muss man auch erst einmal gerecht werden“, erzählt Manuel Weitzel.

Doch nach der aktuellen Planung kann kein Cent zu viel sein: Weil die Weitzels die Hilfsgüter nicht in die Türkei einführen dürfen, werden sie die Sachspenden in einem bulgarischen Flüchtlingslager - also innerhalb der europäischen Zollgrenzen - an syrische Flüchtlingsfamilien verteilen. Dann wollen sie mit dem leeren Lkw in die Türkei einreisen und dort mit Spendengeldern möglichst alles einkaufen, was für die psychologische und schulische Arbeit in den Flüchtlingshäusern in Istanbul und an der syrischen Grenze gebraucht wird.

von Thomas Strothjohann

Spenden-Infos finden Sie auf der Projekt-Website.

Die OP berichtet:

OP-Redakteur Thomas Strothjohann wird den Hilfstransport begleiten. So können Sie in der Zeitung über die Erlebnisse der Weitzels lesen und mitverfolgen, was aus den Spenden wird.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Willi will helfen
Willi will helfen - der Lkw ist fertig geschmückt.

Am Freitagnachmittag kam es auf der ehemaligen US-Army-Base in Gießen zu einem konspirativen Treffen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr