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"Marburg ist eine tolle Studentenstadt"

Semesterbeginn "Marburg ist eine tolle Studentenstadt"

Die "Erstis" sind los. Der Semesterbeginn steht kurz bevor, die Orientierungswoche hat gestern begonnen. In diesen Tagen strömen wieder tausende frisch gebackene Studenten durch Marburgs Straßen.

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Als frisch gebackene Erstsemester und Neubürger von Marburg entdecken Tobias Schumann (von links), Jule Bender und Carlotta
Albrecht derzeit ihre neue Studienstadt.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Jung, frisch von der Schule kommend und gespannt auf einen neuen Lebensabschnitt, der mit dem Start ins Studium beginnt - und das am liebsten in einer richtig typischen Studentenstadt -, so ergeht es gerade vielen Erstis, die derzeit ihre neue Studienstadt genau unter die Lupe nehmen.

Kurz vor dem Semesterbeginn kommende Woche entdecken die jungen Neubürger, angeleitet von erfahrenen Kommilitonen, ihre neue Heimat. Zahlreiche Neulinge nehmen an der Orientierungseinheit (OE) der verschiedenen Fachschaften teil, touren in dieser Woche kreuz und quer durch die Stadt und besuchen gruppenweise die wichtigsten Anlaufstellen, Fachbereiche, Hörsaalgebäude, Unibibliothek, Mensa und nicht zuletzt die beliebtesten Studentenkneipen.

Mit von der Partie ist etwa Jule Bender, mit 18 Jahren eines der „Küken“ ihrer OE-Gruppe vom Fach BWL. Gebürtig stammt sie aus dem nordrhein-westfälischen Olpe, nach Marburg zog es sie wegen des guten Rufs als Studentenstadt. „Hier sind nur Studenten, die Stadt und vor allem die Altstadt ist einfach toll“, schwärmt Jule schon jetzt von ihrem neuen Zuhause. Bereits bei ihrem ersten Besuch in der Oberstadt war ihr sofort klar: „Hier will ich einmal wohnen.“

Das klappte sogar auf Anhieb. Sie begab sich schon ab Juli auf Wohnungssuche, mit Erfolg, und entging dem üblichen Ansturm auf den heiß umkämpften Marburger Wohnungsmarkt kurz vor Semesterbeginn. Sie fand schnell ein kleines Apartment, direkt in der Oberstadt, „ich hatte richtig Glück“.

Nach diesem ersten Erfolg geht sie gespannt ins Studium. Pläne für die Zukunft hat Jule schon jetzt, will sich einmal in Richtung Management orientieren, vielleicht auch auf internationaler Ebene. Der erste Schritt in die gewünschte Studienstadt ist schon mal geglückt.

Ebenso wie für Kommilitonin Carlotta Albrecht, die gerne an der Marburger Universität studieren wollte. „Marburg ist so eine schöne Studentenstadt“, sagt die 22-Jährige. Sie kennt sich dort schon bestens aus, zog vor zwei Jahren her, um Kunst, Musik und Medien zu studieren. Als wäre dies nicht genug, hängte sie im neuen Semester auch noch Wirtschaft dran.

Die OE-Woche wiederholte sie gleich nochmal, „man kann hier die Leute direkt näher kennen lernen“. Ihr abwechslungsreiches Studium möchte sie später im Beruf kombinieren, in Richtung Musik und Management gehen, etwa in der Festivalleitung.

Für BWL entschied sich auch Tobias Schumann, der mit den beiden frisch gebackenen Mit-Studentinnen in dieser Woche durch die Innenstadt zieht. Er stammt aus Willingen, wollte es erst einmal nicht allzu weit von zuhause haben, „Marburg ist schön und dazu nah an der Heimat“, lobt der 22-Jährige.

Angeleitet wird das Trio während der Einführungswoche von erfahreneren Studenten älterer Semester, die in der Betriebswirtschaft derzeit rund 350 Neuzugänge zu begrüßen haben, berichtete Student Raul Gonzales.

Im Mittelpunkt steht nicht nur das Entdecken der Stadt, sondern auch das gegenseitige Kennenlernen der neuen Mit-Studenten. Und die seien zum Semesterstart „alle sehr motiviert, eine tolle Truppe“, lobt der Teamer. In dieser Woche werden auch die traditionellen Stadtrallyes in Marburg stattfinden, bei denen die Erstis ihre neue Stadt anhand von humorvollen Aufgaben und lockeren Spielen entdecken müssen.

Sensibilisierung für Rücksichtnahme

Während der Orientierungseinheiten kann es vor allem in der Oberstadt zu erhöhter Lärmbelastung kommen. Darauf wies die Universität auf ihrer Homepage hin. Dies ist seit zwei Jahren Thema mehrerer Gespräche zwischen Fachschaften, dem Ordnungsamt der Stadt Marburg, dem Projekt „Einsicht - Marburg gegen Gewalt“, der Arbeitsgemeinschaft der Stadtteilgemeinden und der Bürgerinitiative „Lebenswerte Oberstadt“. Die einst erheblichen Proteste wegen Lärmbelästigung und alkoholisierter Ruhestörer sind seitdem deutlich zurückgegangen.

„Die aktiven Fachschaften sind als Organisatoren der OE für das Ruhebedürfnis der Anwohnerinnen und Anwohner sensibilisiert und bemühen sich, die Einführungswoche zu einem angenehmen Erlebnis für alle Beteiligten zu machen“, schreibt die Universität.

Die Einflussmöglichkeiten seien aufgrund der überwiegenden Volljährigkeit der Erstsemester jedoch beschränkt: „Die jungen Erwachsenen handeln selbstverantwortlich, wenn sie nach dem Ende der OE-Veranstaltungen noch in der Stadt unterwegs sind“, so das Fazit der Gesprächsrunden.“

von Ina Tannert

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