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Marburg ist ein Gästemagnet

Tourismus-Bilanz Marburg ist ein Gästemagnet

Marburgs Tourismus-Manager Klaus Hövel ist zuversichtlich, das hohe Niveau bei den Gästezahlen auch im kommenden Jahr zu halten.

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... ebenso wie der neu freigelegte Schlossbrunnen.Archivfotos

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Zeiten sind längst vorbei, zu denen das Reiseziel Marburg mehr oder weniger ausschließlich über die Elisabethkirche im Tal und das Landgrafenschloss hoch über Marburg definiert wurde. Mehr und mehr spielt der Naherholungsraum Lahn eine Rolle - wie auch die Einkaufsstadt Marburg für den Tourismus wichtig ist.

„Tourismus und Einzelhandel bedingen einander“, sagt der Geschäftsführer der Marburg Tourismus Marketing GmbH (MTM), Klaus Hövel. Die historische Oberstadt mit ihren vielen Einzelhandelsgeschäften sei ideale Kulisse für beides.Gleichwohl hat die CIMA-Studie aus dem Jahr 2010 der Stadt bescheinigt, dass sie hier noch Reserven hat. Und Stadtentwicklungsplaner Wolfgang Lieprecht spricht immer davon, dass pro Jahr 70 Millionen Euro an Kaufkraft abfließen - etwa in die Nachbarstadt Gießen.

Erfolgsgeschichte Marburg-Gutschein

Ein wesentliches Instrument, das MTM und der Markt- und Aktionskreis (MAK), der Dachverband der Marburger Werbekreise, gemeinsam entwickelt haben, ist der Marburg-Gutschein. Seine Entwicklung nennt Hövel, in Personalunion MAK-Vorsitzender, eine „Erfolgsgeschichte“. Seit dem Start im September 2011 wurden, so Hövel, mehr als 11000 Gutscheine mit einem Gesamtwert von knapp 250000 Euro verkauft. „Tourismus und Einzelhandel profitieren als wechselseitige Kooperations- und Werbepartner von dieser Zusammenarbeit“, sagt Hövel: „Die wirtschaftliche Bedeutung des Tagestourismus ist nun einmal hoch.“ Besucherspitzen im Mai und vor allem im Oktober weisen darauf hin, dass die Einkaufsstadt Marburg eine wichtige Rolle spielt bei der Motivation von Besuchern, nach Marburg zu kommen.

Hövel spricht von einem „strategischen Marketingplan“ für die Marburg, „bei allem was wir tun, wollen wir wissen, warum wir es tun“, sagt der Tourismus-Manager.

Gäste wollen der Geschichte nachspüren

Das hohe Ziel, die Übernachtungszahlen des Jahres 2012 zu halten, wird Marburg laut Hövel erreichen können, wenn es das Angebot für Touristen breiter fächert. Hier sei in den vergangenen Jahren viel passiert. Wichtiges Ziel ist zum Beispiel der freigelegte Schlossbrunnen geworden, auch Grimm-Führungen und Grimm-Pauschalen wurden gut gebucht.

Apropos Brüder Grimm: Sie passen perfekt in einen wichtigen touristischen Trend bei Kurzurlaubern. Die haben vermehrt das Bedürfnis, Geschichte und Geschichten „nachzuspüren“. Die historische Altstadt mit ihrer Universität biete dazu die perfekte Kulisse, sagte Hövel, der sich von der Bewerbung der Stadt um die Anerkennung als Weltkulturerbe auch für den Tourismus einiges verspricht.

Zweiter Trend bei Kurzurlaubern: Sie wollen sich vermehrt wie „Bürger auf Zeit“ fühlen, erläutert Hövel. Will heißen, sie wollen das „authentische“ Marburg erleben - beim Weidenhäuser Höfefest beispielsweise, das MTM gezielt beworben hat.

Im kommenden Jahr will Hövel ein neues Angebot zur Marktreife bringen: eine Marburg-Führung per Rad. Klingt angesichts der topografischen Lage ein wenig abenteuerlich, ist für Hövel aber eine konkrete Utopie. Sehenswerte Ziele seien auch die Lahn und Weidenhausen, sagt Hövel, der zudem von einer Vernetzung mit touristischen Zielen im Umland, etwa dem Ubbelohde-Museum in Goßfelden, träumt. Spätestens 2014 soll das Angebot stehen.

Wie Hövel auch stärker auf Gäste mit Mobilitätseinschränkungen zugehen will. Diese touristische Klientel gewinne aufgrund der demografischen Entwicklung an Bedeutung. Zusammen mit dem Fachdienst Soziale Leistungen entwickelt MTM einen Flyer, der die Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeiten und Hinweise zur Service-Einrichtungen wie Behinderten-WC, -parkplätze, Wegebeschaffenheit und Gefälleangaben enthält.

Touristische Arbeitsgemeinschaft kommt

Künftig wollen die Stadt und ihr Umland in der Tourismuswerbung stärker an einem Strang ziehen. MTM und die Tour GmbH, die Tourismusorganisation des Landkreises, werden ab 2013 in der „Touristischen Arbeitsgemeinschaft Marburger Land“ (TAG) zusammenarbeiten. Neben den kooperationswilligen Kommunen, der Stadt Marburg und dem Landkreis unterstützt die IHK Kassel die TAG mit jeweils 40000 Euro in den Jahren 2013 und 2014.

von Till Conrad

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