Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Marburg helau!

Rosenmontagsumzug Marburg helau!

Wenn in Marburg die Bratkartoffeln blühn - dann ist Karneval. Tausende Gäste haben gestern mit dem Rosenmontagsumzug den Höhepunkt der Jecken-Saison erlebt. Das Schönste: Es ist absolut friedlich geblieben.

Voriger Artikel
Der #Papst ist der neue #Aufschrei
Nächster Artikel
Hausbesetzer ziehen freiwillig aus

Der junge Polizeiindianer kann viel böser gucken, als die echten Polizisten. 

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Von der Frankfurter Straße aus schlängelte sich der Tross entlang der Biegenstraße, vorbei an der Elisabethkirche bis hin in die Nordstadt. Kamelle regnete es im Tiefflug, für die Frauen hielten die Karnevalskavaliere Röschen bereit. Von 14 Motivwagen gab es Bonbons, Popcorn und Gummibärchen.

Rosenmontagsumzug in Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

Zur Bildergalerie

Die fleißigen Sammler am Straßenrand hatten jede Menge zu tun. Voll im Trend bei den Kids war kostümtechnisch alles tierische. Vom Löwen über Bären bis hin zum Frosch. Hauptsache dick verpackt bei den eisigen Temperaturen. Bei den Karnevalsladies tauchte eine Komikerin auf, die an und für sich schon Platz genug einnimmt. Der pinkfarbene Trainingsanzug mit der dezenten Marzahn-Schminke tauchte an fast jeder Ecke auf, einmal sogar gleich mehrfach. Dafür gibt‘s in diesem Jahr ganz im Sinne der Jecken den OP-Orden für die beliebteste Verkleidung.

OP verleiht Orden für Kostüm, lauten Bums und Kreativität

Der Orden für den am besten ausgestatteten Motivwagen geht an die Stadt Marburg. Franz Kahle, Kerstin Weinbach und Egon Vaupel warfen mit vollen Händen die Klümpchen in die Menge, so viel wie sonst keiner.

Der Orden für den lautesten Bums hat sich der KCN Niederwalgern verdient. Die Bassboxen leisteten richtige Schwerstarbeit, beschallten die Unistraße, Biegenstraße und Deutschhausstraße - gleichzeitig. Die Karnevalisten waren auch die einzigen, die den Anhänger für politischen Protest nutzten. Zur Privatisierung des Uniklinikums hatten sie eine klare Meinung „UKGM: Come in and burn out“ stand auf dem einen Schild. Auf dem zweiten: „Wir lassen uns nicht kaufen“, auf einem dritten „24 Stunden im OP - ein bissche Alkohol, dann tut‘s nicht so weh“.

Der OP-Kreativorden geht an die Jungs und Mädels aus dem Waldtal. Das St. Martinshaus bot Live-Musik vom Anhänger aus. Ihre selbst komponierte Rap-Musik passte nicht so ganz in den Karnevalszug, bot aber einen tollen Kontrast zu Mickie Krause und Markus Becker. Für die tollste Frisur bekommt Wagennummer drei den Ordern der OP. Vier Pilzköpfe mit Gitarre in einem braunen, alten VW-Käfer - Helau und Yeah, Yeah, Yeah!

Alkoholkonsum gibt Anlass zur Sorge

Zu denken geben sollte den Veranstaltern der hohe Alkoholkonsum, vor allem von Kindern und Jugendlichen an der Strecke. Harte Alkoholika machten die Runde. Es war leider die Regel statt Ausnahme.

Da schützte auch die massive Polizeipräsenz der Hundertschaft nichts, die den Zug keine Sekunde aus den Augen ließ und auch für ein sicheres Durchkommen der einzelnen Gruppen sorgte. Die Beamten mussten zwei volltrunkene Jugendliche nach der Veranstaltung ihren Eltern übergeben. Dies sollte auch der einzige Einsatz bleiben, den die Beamten unmittelbar nach ­Ende des Rosenmontagsumzuges zu erledigen hatten. Unterm Strich verlief die Veranstaltung, zu der 12000 Jecken nach Marburg kamen, friedlich. Keine Schlägerei, keine Unfälle, keine Rettungseinsätze. Selbst ein entlaufener Hund, der beim Tierheim abgegeben wurde, fand sein Herrchen wieder.

von Carsten Bergmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr