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Marburg für den Ernstfall gewappnet

Zentrallager für Katastrophenschutz Marburg für den Ernstfall gewappnet

Notfallhilfe im großen Stil. In naher Zukunft wird Marburg im Falle einer akuten Katastrophe besonders gut vorbereitet sein – dafür soll eine neue Material-Lagerhalle auf dem Gelände des Deutschen Roten Kreuzes sorgen.

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Kreisbrandinspektor Lars Schäfer (von links), Christian Betz vom DRK-Verbandsvorstand, Landrätin Kirsten Fründt, die Gießener Landrätin Anita Schneider, Gießens Kreisbrandinspektor Mario Binsch sowie Matthias Acker, Gerd Kaut und Dominik Grau von der „Christmann und Pfeiffer Gruppe“ machen den ersten Spatenstich für das Zentrallager.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Die neue Halle ist dabei deutlich mehr als eine einfache Lagerfläche – das künftige Gebäude wird das neue Katastrophenschutz-Zentrallager vom DRK Marburg und Gießen. In diesem werden wichtige Ausrüstungsgegenstände für Notfälle aller Art untergebracht. Am vergangenen Dienstag stand der symbolische erste Spatenstich an.

Mitten auf dem Gelände des DRK-Forums in Marburg, gut zugänglich und schnell zu erreichen, wird in den kommenden Wochen die neue und praktikable Halle errichtet. In Zukunft sollen dort Materialien gelagert werden, die bei Katastrophenfällen oder Großschadenslagen vonnöten sind: Unter anderem sind 1200 Feldbetten, 800 Schlafsäcke, 20 Großzelte, Heizgeräte, Stromerzeuger, Krankentragen, Hygieneschutz-Ausrüstung bis hin zu Decken, Tischen und Bänken geplant – eben alles, was im Notfall vorhanden sein und zügig zum Einsatzort gebracht werden muss. „Wir haben dann viel Material direkt vor Ort, um Menschen in Not schnell helfen zu können“, erklärte Christian Betz vom Vorstand des DRK-Kreisverbands Marburg-Gießen.

DRK Marburg und Gießen haben sich zusammengeschlossen

Das Besondere an dem neuen Zentrallager: Dieses ist bisher nicht nur einzigartig in der Region – das Bauvorhaben ist auch das neueste Gemeinschaftsprojekt zwischen den ehemals eigenständigen Kreisverbänden Marburg und Gießen, die sich erst Ende September zum neuen DRK Kreisverband Marburg-Gießen zusammengeschlossen haben. „Wir arbeiten schon immer gut zusammen und planen nun etwas Gemeinsames“, lobte Betz. Mit dem neuen Zentrallager im Herzen des Verbandes sei man nun „in jede Richtung flexibel“.

Gemeinsam mit dem DRK Rettungsdienst Mittelhessen, der als Grundstückseigentümer die Halle vermieten wird, bekräftigten auch die beiden Landrätinnen ihre Unterstützung für das Vorhaben. Dieses sei nach der Verbandsfusion ein weiterer Schritt, die Abläufe untereinander weiter zu verbessern, lobte Landrätin Kirsten Fründt, auch im Namen ihrer Amtskollegin aus Gießen, Anita Schneider. Ziel des Bauprojekts ist eine höhere Effizienz im Ernstfall, durch eine verfügbare Fachausstattung vor Ort samt schnellstmöglichem Transport zur Einsatzstelle.

Material und Equipment wird zentral für den Notfall gelagert

Bisher war das wichtige Equipment dezentral verstreut, „überall wurde ein bisschen gelagert“, erklärte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Vor allem die Erfahrungen aus der hürdenreichen Bewältigung der Flüchtlingskrise hätten gezeigt, dass die Materialvorhaltung im hessischen Katastrophenschutz-Zentrallager nicht in jedem Fall ausreichend sei. Eigene Vorräte im heimischen Tätigkeitsbereich seien daher unumgänglich. In Zukunft ermöglicht das Zentrallager ein ganz neues Einsatzpotential, mitsamt einer verbesserten Nachbarschaftshilfe für den Notfall zwischen Gießen und Marburg.

Die vorbereitenden Erdarbeiten für den Neubau sind nahezu abgeschlossen, die 500 Quadratmeter große Halle soll noch in diesem Jahr fertig werden. Neben Stellplätzen für Anhänger und Wechsellader wird ein Lagerbereich mit knapp 400 Palettenstellplätzen in Hochregalen errichtet. Für eine effiziente Logistik und den schnellen Transport wird die Halle in Module aufgeteilt, verschiedene Ladungsträger und Gerätschaften erleichtern die Arbeit.

Auch wenn der Weg nach Gießen kurz ist – vom neuen Standort profitiert Marburg natürlich am meisten, für den akuten Notfall werden daher in der Geschäftsstelle Gießen mehrere Fahrzeuge für die Logistik sowie ein weiterer Wechselcontainer bereit gehalten, der permanent mit Ausrüstung für eine Notunterkunft für 100 Betroffene bestückt ist.

Die Halle errichten wird die Baufirma „Christmann und Pfeiffer Gruppe“. Nach Fertigstellung sei das Lager für alle potentiellen Notfälle einsatzbereit, von einer weiteren, wenn auch eher unwahrscheinlichen Flüchtlingswelle bis hin zu defekten Zügen, die im Winter stehenbleiben – „wir sind vorbereitet“, so Betz.

von Ina Tannert

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