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„Marburg, das sind wir alle“

„Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“ „Marburg, das sind wir alle“

Zum Abschluss der Planungsphase wurden im Stadtver-ordnetensitzungssaal die ersten Ergebnisse präsentiert.

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Zur IKEK-Abschlussveranstaltung war der Stadtverordnetensitzungssaal in der Barfüßerstraße sehr gut gefüllt.

Quelle: Heiko Krause / Stadt Marburg

Marburg. Nach dem Motto 
des Projekts: „Marburg, das sind wir alle“, sollte bei der Präsentation im Stadtverordnetensitzungssaal Raum für die Fragen und Beiträge der beteiligten Bürger geschaffen werden. Das „Integrierte kommunale Entwicklungskonzept“ (IKEK) hatte im Juni 2015 mit einer Ortsbegehung begonnen und soll in den Marburger Außenstadtteilen zentrale Funktionen stärken, um so den Folgen des demographischen und sozioökonomischen Wandels besser entgegentreten zu können.

Zentral bei IKEK war von Anfang an die Bürger-Beteiligung. In fünf Arbeitsgruppen hatten die Bewohner der Marburger Außenstadtteile im vergangenen Jahr Ziele und Vorgehensweisen besprochen, um die persönlichen Anliegen für ihre „Dörfer“ zu formulieren.

Hartmut Kind (Foto: Heiko Krause / Stadt Marburg) vom Planungs- und Moderationsbüro SP-PLUS in Bad Nauheim stellte die in den fünf Arbeitsgruppen erreichten Ergebnisse vor. Die AG „Entwicklung, Leerstand und Baukultur“ hat beispielsweise Projekte zu den Schwerpunkten „Initiativen zur Behebung des Gebäudeleerstands“, „Zukunftsweisendes Wohnen im Dorf“, „Erhaltung und Sanierung historischer Bausubstanz“ und „Zukunftsfähige Energieversorgungskonzepte“ erarbeitet.

Bei der AG „Ehrenamtliches Engagement und Dorfgemeinschaft“ wurden die „Stärkung und Neuorganisation des Vereinswesens“ sowie „Zukunftsfähige Strukturen und Angebote ehrenamtlichen Engagements“ thematisiert. Die AG „Kultur und Identität“ beschäftigte sich mit der Schaffung eines Kulturnetzwerks, die AG „Öffentliche Räume und Grün“ mit „Zukunftsfähiger Neuausrichtung der Bürgerhäuser“ und mit der „Aufwertung und Gestaltung 
öffentlicher Freiflächen und Plätze“.

Unmut im Publikum: 
„Ich fühle mich veräppelt“

Nicht zuletzt behandelte die AG „Mobilität und Versorgung“ die Bereiche „Mobilitätsangebote optimieren“, „Konzepte und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation“ und „Erhaltung und Weiterentwicklung der Versorgungsmöglichkeiten und Angebote.“ Viele Ziele waren formuliert worden, die nun auf die im September beginnende Antragstellung warten – so viele, dass nicht alle Platz fanden auf der von Kind vorgetragenen Präsentation.

Dies führte zu einigem Unmut im Publikum. „Wir aus der Arbeitsgruppe Mobilität und Versorgung haben sehr klare Anliegen in puncto Radwege formuliert – warum sehe ich davon nichts auf der Präsentation?“, beschwert sich ein älterer Mann. Eine Frau ergänzte: „Ich fühle mich von dieser Veranstaltung veräppelt. Dass irgendeines der Projekte umgesetzt wird, erscheint mir grad sehr unwahrscheinlich.“

Hartmut Kind beschwichtigte: „Nur weil etwas nicht in der Überschrift steht, bedeutet das nicht, dass wir es unter den Tisch fallen lassen. Wir haben ein 150 Seiten langes Dokument, in dem sämtliche Vorhaben formuliert sind und das uns befähigt zu sagen: Das gibt es zu tun. Inwieweit die Projekte umgesetzt werden, wird in Zukunft auch an Ihnen liegen – an Ihrem weiteren Engagement“.

Nachdem sich die Unruhe gelegt hatte, gab es versöhnliche Worte: „Bürger haben sich engagiert, die das vorher nie getan haben. Zwischenörtliche Mauern wurden abgebaut und die anderen Stadtteile besser kennengelernt. Ich bitte darum, Sorge zu tragen, dass dieser Impuls nicht verpufft“, betonte ein Mann.

„Sie werden nicht alleine gelassen“

Im September soll es weitergehen. Die Mitwirkung in den IKEK-Teams sei offen und sehr engagiert erfolgt, hebt die Universitätsstadt Marburg hervor. Nach dem Beschluss des Entwicklungskonzepts durch die Kommune muss das IKEK noch mit der Wirtschafts- und Infrastrukturbank des Landes Hessen abgestimmt werden. Diese ist für die Abwicklung der Förderung zuständig. Danach kann die Umsetzung und Förderung von Projekten erfolgen, teilt die Stadt mit.

Auch in der Umsetzungsphase, so Planer Hartmut Kind, werden die Arbeitsgruppen von der Steuerungsgruppe und der Verwaltung intensiv unterstützt. „Sie werden nicht alleine gelassen“, versprach er. Was die Förderfähigkeit einzelner Projekte 
angeht, seien nicht nur Möglichkeiten der IKEK-Dorfentwicklung vorhanden, sondern es gebe auch noch andere Fördertöpfe. Und einiges, wie Initiativen oder Vernetzungen, sei schließlich auch ohne finanzielle Mittel möglich.

von Muriel Kalisch

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