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Mann schlägt eifersüchtige Partnerin

Aus dem Amtsgericht Mann schlägt eifersüchtige Partnerin

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht zeigte auf, dass grundlose Eifersucht und vor allem viel Alkohol im Spiel waren. Der Schläger wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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Bei einem Streit hat ein 56-Jähriger seiner Partnerin das Nasenbein gebrochen.

Quelle: picture alliance / dpa

Marburg. Deutlich wurde vor Gericht, dass das Paar trotz der Vorfälle zusammenbleiben will. Eine neue Wohnung sei gefunden, berichtete der Angeklagte und man nehme gemeinsam Gespräche bei der Sucht- und Drogenberatung wahr, wo darüber geredet werde, wie Derartiges unter Alkoholeinfluss nicht mehr passieren solle, sagten beide.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, im Februar dieses Jahres in Lohra bei einem Streit des Paares mehrfach mit der geballten Faust zugeschlagen zu haben, Blutungen, Prellungen und Hämatome im Gesicht waren die Folge. Bei der zweiten Tat im Juni vor der gemeinsamen Wohnung waren die Folgen noch schwerer. Wie die 56-Jährige berichtete, musste sie wegen eines Nasenbeinbruchs operiert werden.

„Da ist das halt passiert“

Grundsätzlich gestand der Angeklagte die Taten, zeigte, wie der Vorsitzende Richter Thomas Rohner und Staatsanwältin Annemarie Petri bemerkten, jedoch keine wirkliche Einsicht für sein Fehlverhalten.  In Lohra habe man bei einem Arbeitskollegen dessen Geburtstag gefeiert, so der Marburger. Im Laufe des Abends habe er den Vorschlag gemacht, noch einmal in die Diskothek „Zum Tal“ zu gehen. „Du willst nur andere Frauen treffen“, habe dann der Vorwurf der Frau gelautet. Da habe er eben zugeschlagen.

Bei dem zweiten Vorfall sei man gemeinsam nach Hause gekommen. Er habe noch einmal weggewollt und erneut habe die Frau eine Eifersuchtsszene inszeniert, wie im Übrigen öfters. Sie sei ihm hinterhergelaufen, „hat gekrischen“ und dann habe er zugeschlagen. „Ich hatte etwas getrunken, da ist das halt passiert.“ „Wenn einen jemand nervt, rechtfertigt das in keinem Fall, dass man ihm ins Gesicht schlägt“, sagte Rohner.

Er habe kein Alkoholproblem, versicherte der Mann – er gehe regelmäßig arbeiten und nur gelegentlich trinke er. Richter Rohner hatte da seine Bedenken. Der Atemalkohol habe mehr als zwei Promille betragen, „das schafft ein normaler Mensch gar nicht“. Petri kritisierte, dass der Angeklagte trotz seines Geständnis die Schuld bei der Frau suche. Petri ging noch weiter: Wer garantiere, dass, wenn er zufällig bei einem Streit ein Messer in der Hand habe, die Frau das überlebe.

400 Euro Geldstrafe

Wie die 56-Jährige als Zeugin betonte, habe sie bei der Lohraer Sache die Polizei nicht gerufen. Zunächst wollte sie sich nicht erinnern, ob sie überhaupt Verletzungen erlitten hat. Erst als Rohner ihr ein Foto vorlegte, das ihr blutverschmiertes und gerötetes Gesicht zeigte, sagte sie, dass es nicht so schlimm gewesen sei. Petri berichtete von drei Ermittlungsverfahren bis August, davon wollte die Frau nichts wissen. Auch vor dem zweiten Vorfall hätten beide viel Alkohol konsumiert. Aber auch sie bestritt, ein Alkoholproblem zu haben. Sie wäre jedoch bereit, mit dem Angeklagten eine stationäre Therapie zu machen, so die Zeugin.

Diese Bereitschaft zeigte auch der Angeklagte. Das Urteil – sechs Monate Haft – wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt unter der Auflage, dass er eine Therapie macht. Weiter muss er 400 Euro an den Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr zahlen.

von Heiko Krause

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