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"Mann der leisen Töne" verlässt Spitze

Studiengemeinschaft Tabor "Mann der leisen Töne" verlässt Spitze

Stabübergabe im Direktorium der Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor: Auf Harry Wollmann (64) folgt Matthias Frey (43).

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Harry Wollmann (links) übergab gestern die Leitung der evangelischen Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor in Marburg an seinen Nachfolger Matthias Frey. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Mit einem Fest beging die evangelische Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor am „Taborberg“ in Marburg gestern den Leitungswechsel: Rund 140 Gäste kamen zur Verabschiedung von Direktor Harry Wollmann und der Einführung von dessen Nachfolger Matthias Frey, der Anfang August offiziell die Wachablösung vollzieht.

Wollmann hatte 16 Jahre lang - von 1997 bis 2013 - die Tabor-Leitung inne und war verantwortlich für eine Gemeinschaft mit 1100 Mitgliedern, die weltweit in Gemeinde und Mission sowie Diakonie und Verwaltung tätig sind. Tabor ist unter anderem Träger der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg mit derzeit 70 Studierenden und unterhält eine Tagungsstätte, ein Alten- und Pflegeheim sowie einen Kindergarten.

In seiner Laudatio auf den scheidenden Direktor betonte Tabor-Stiftungsratsvorsitzender Jürgen Mette, dass Wollmann in seiner Amtszeit epochale Entscheidungen gefällt habe. Darunter falle beispielsweise die Einführung der Co-Edukation, so dass ab 1998 Frauen im damaligen „Brüderhaus Tabor“ auch bei der Prediger-Ausbildung zugelassen waren. Auch die Umwandlung des Theologischen Seminars in die Evangelische Hochschule Tabor habe Wollmann maßgeblich mit betrieben. Wollmann habe sich durch einen kollegialen Leitstil ausgezeichnet. Der „Mann der leisen Töne“ habe sich an der Spitze von Tabor auch als Krisenseelsorger bewährt, sagte Mette.

Wollmann habe Tabor an die Moderne angepasst, womit die Ausrichtung des Evangeliums an die Bedingungen der Gegenwart gemeint sei, sagte Propst Helmut Wöllenstein als Vertreter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Wöllenstein charakterisierte den scheidenden Direktor als „besonnen, umsichtig, freundlich und diplomatisch“.

Der „Neue“ heißt Matthias Frey und ist 43 Jahre alt. Von 1988 bis 1992 wurde er am Theologischen Seminar in Marburg ausgebildet - seitdem gehört er der Gemeinschaft an. „Marburg ist ein Stück Heimat“, sagte er der OP. Er war bereits im November vergangenen Jahres in sein Amt gewählt worden. Wie sein Vorgänger ist auch Frey ein verheirateteter Familienvater von vier Kindern. Zuletzt arbeitete er als Pastor der evangelischen Stadtmission Düsseldorf und Vorsitzender des Westdeutschen Regionalverbandes von Tabor.

Junge Menschen für den Beruf fitzumachen und vorzubereiten für ein Leben in einer geistlichen Gemeinschaft sieht er als seine Hauptaufgabe in seiner neuen Funktion an, sagte er im Gespräch mit der OP.

von Manfred Hitzeroth

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