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Mann belästigt zwei Kinder im Schülerpark

Einweisung in Psychiatrie Mann belästigt zwei Kinder im Schülerpark

Für die Zeugin beginnt es als ganz normaler Tag im August dieses Jahres, als sie mit ihren Söhnen, vier und acht Jahre alt, im Schülerpark unterwegs ist.

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Ein Sexualstraftäter musste sich vor dem Landgericht verantworten.

Quelle: Archiv

Marburg. Die Grünfläche ist aufgrund der geringen Größe übersichtlich, sodass die beiden Kinder mit Tretroller und Fahrrad frei herumfahren dürfen. Am Jägerdenkmal trifft schließlich der Vierjährige auf einen Mann Mitte fünfzig und es passiert, was sicher keine Mutter bei einem Parkbesuch erwartet. Der Mann zieht seine Hose herunter, hält dem entsetzten Jungen seinen Penis entgegen und fragt gestikulierend: „Willste? willste?“.

Als der ältere Bruder auf dem Fahrrad hinzukommt, zieht sich der verwirrt wirkende Herr zurück und streckt dabei dem älteren Jungen den Mittelfinger entgegen. Drei Monate später fanden sich der Angeklagte, die Mutter und ein psychologischer Gutachter vor dem Landgericht ein, wo Richter Dr. Thomas Wolf vor allem die Frage der Schuldfähigkeit zu klären hatte. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorfällen und auch Anwalt Peter Thiel hatte wenige Fragen an die Mutter, die als einzige Zeugin auftrat.

„Mein Jüngster hat das immer noch nicht verarbeitet, er traut sich nicht einmal alleine zum Nachbarsjungen gegenüber“, sagte diese aus. Der Beschuldigte musste in der Vergangenheit häufig wegen psychischer Probleme stationär aufgenommen werden und verbrachte den Großteil der vergangenen Jahre unter medikamentöser Behandlung in betreuten Wohneinrichtungen.

Dort hatte der Mann, der seit Jahren an Verfolgungswahn leidet, in den 90er Jahren eine ­Patientin in einer Nachbareinrichtung lebensgefährlich mit einem Messer verletzt.

Nachdem es an dem Tatverlauf im August dieses Jahres keine Zweifel gab, war vor allem die Sichtweise der behandelnden Psychologen für das Urteil ausschlaggebend. Für den Gutachter war klar: „Der Mann ist ein Patient, kein Täter.“

Das Gericht folgte diesem Befund, die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wurde angeordnet - unbefristet. Dazu findet im Jahresabstand eine Überprüfung statt, ob die weitere Vollstreckung der Unterbringung zur Bewährung auszusetzen oder für erledigt zu erklären ist.

von Marcus Hergenhan

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