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„Manche Welle verändert die Welt“

Gedenkfeier für Opfer der Fukushima-Katastrophe und Anti-Atomkraft-Demonstration „Manche Welle verändert die Welt“

Mit „Atomkraft, Nein Danke!“–Fahnen und „Abschalten jetzt!“–Plakaten zogen rund 100 Menschen am Freitagabend durch Marburg.

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Am Freitagabend zogen rund 100 Atomkraft-Gegner durch Marburg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Anlässlich des fünften Jahrestags der Nuklearkatastrophe von Fukushima protestierten die Marburger lautstark gegen Atom-Energie: „Die Reaktoren müssen abgeschaltet werden“, forderten die Demonstranten einstimmig, die vom Elisabeth-Blochmann-Platz bis zum Marktplatz zogen.

„In Japan blicken wir nach vorne“, sagt 
 Yoshitaka Tsunoda, stellvertretender Generalkonsul Japans in Frankfurt. Zum fünften Jahrestag der 
Nuklearkatastrophe versammelten sich Freitagnachmittag Marburger mit Tsunoda am Mahndenkmal in der Grünanlage zwischen Deutschhausstraße und Uferstraße. Die türkisfarbenen Glassteine des Denkmals zeigen eine Welle. Ein Symbol für den Tsunami, dem rund 20.000 Menschen in Fukushima zum Opfer fielen.

Gedenken an Opfer steht im Mittelpunkt

Obwohl das Denkmal aus Trauer errichtet worden sei, solle damit auch das Interesse der Deutschen für den Wiederaufbau des Nordostens in Japan geweckt werden. „Für den japanischen Staat war das Unglück ein Trauma und gleichzeitig ein Weckruf in die Welt, sich von der atomaren Form der Energieerzeugung abzuwenden“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

Mittelpunkt dieser Veranstaltung 
solle jedoch das Gedenken an die Opfer sein. „Der Verein ,Alles im Biegen‘ hatte die Idee für die Errichtung des Denkmals“, erzählt Renate Buchenauer, Vorsitzende des Vereins. Gebaut wurde die Gabionenmauer mit einer LED-Lichtwelle, die symbolisch für die Flutwelle in Folge des Tsunamis stehen soll. Den Text für die Gedenktafel auf Deutsch und Japanisch hat die Marburgerin Yasuko Tsuruki entworfen. Er lautet:„Jede Welle verändert den Strand, manche Welle verändert die Welt.“

Am 11. März 2011 kam es infolge des Tohoku-Erdbebens zur bislang größten Atomkatastrophe. Vier von sechs Reaktorblöcken wurden in Fukushima zerstört. Aufgrund der Katastrophe waren zehntausende Tote und hunderttausende Obdachlose zu beklagen. Die Sanierung der zerstörten Reaktorblöcke und der verstrahlten Region wird viele Jahrzehnte dauern.

von Klara Brinkmann

 
Der stellvertretende japanische Generalkonsul Yoshitaka Tsunoda gedachte vor dem Fukushima-Denkmal am Pfaffenwehr den Opfern der Katastrophe. Foto: Klara Brinkmann
 
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