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„Man muss sich nur trauen, ihn zu verwenden“

Laiendefibrillator „Man muss sich nur trauen, ihn zu verwenden“

„Man kann nichts falsch machen, das nimmt die Angst davor, etwas zu tun“, erklärte Schul­dezernentin Dr. Kerstin Weinbach (SPD).

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Andreas Steih-Winkler (von rechts) und Dr. Kerstin Weinbach übergaben einen Laiendefibrillator an Schulleiter Thomas Hesse und Grundschulleiter Martin Bergmann.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Gemeinsam mit Andreas Steih-Winkler, Fachkraft für Arbeitssicherheit, übergab sie an die Leitung der Sophie-von-Brabant-Schule einen Laiendefibrillator. Mit Abbildungen und automatischen Ansagen erklärt der „Defi“, wie man ihn verwendet. „Man braucht nicht geschult werden, man muss sich nur trauen, ihn zu verwenden“, sagte die Stadträtin.

„Zum Einsatz kommt es bei Herzkammerflimmern, wenn der Herzrhythmus ins Stolpern gekommen ist“, erklärte Steih-Winkler. Zu der Ausrüstung gehören auch Schere und Rasierer, mit denen zunächst die Brust freigelegt werden muss, damit die Elektroden möglichst großflächig aufgeklebt werden können. „Das Gerät führt ein Elektrokardiogramm durch und misst die Herzfrequenz.“ Nur, wenn tatsächlich ein Kammerflimmern vorliegt, löst der Defibrillator anschließend aus.

Noch wichtiger als die Benutzung des Gerätes sei es jedoch, Erste Hilfe zu leisten, erklärte Steih-Winkler. Damit es durch eine Unterversorgung des Gehirns nicht zu Schäden komme, solle man bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes eine durchgehende Herzdruckmassage machen. „Im Rhythmus von ,Stayin‘ Alive‘ von den ,Bee Gees‘ muss man in einer Minute 60 Mal den Brustkorb komprimieren.“ Sechs bis acht Zentimeter müsse er heruntergedrückt werden, auch wenn dabei das Brustbein breche. „Als Ersthelfer ist man über die Unfallkasse versichert.“

Beatmen hingegen sei nicht notwendig, da der Sauerstoffgehalt im Blut für die Zeit ausreiche. Es sei nur wichtig, dass das Blut zirkuliere. Auch, wenn der Rettungsversuch mit dem Defibrillator erfolglos gewesen sei, müsse die Herzdruckmassage fortgesetzt werden.

Untergebracht ist das neue Gerät im Eingangsbereich der Schul-Turnhalle. Das Gebäude wird nicht nur von Schülern, sondern auch von Vereinen genutzt.

Der Laiendefibrillator ist einer von mittlerweile 48 Geräten, die im Zuge einer Initiative der Herz-allianz Marburg im Stadtgebiet verteilt wurden. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Universitätsklinikums Gießen-Marburg, der Philipps-Universität und der Stadt. Einen Überblick über die Standorte gibt die Smartphone-App „Defi Now“.

von Freya Altmüller

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