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„Man kommt hier nicht zur Ruhe“

Endhaltestelle Wilhelmsplatz „Man kommt hier nicht zur Ruhe“

Anfang Mai wurde am Wilhelmsplatz eine Endhaltestelle für Busse eingerichtet. Unzufrieden sind damit sowohl die Anwohner als auch die Fahrer.

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Dieser Bus hält korrekt an der neuen Endhaltestelle am Wilhelmsplatz. Die Anwohner bemängeln, dass dies nicht immer der Fall ist. Außerdem würden Fußgänger und auch Radfahrer gefährdet, wenn Anlieger auf ihre Grundstücke fahren wollen.

Quelle: Andreas Arlt

Marburg. Die Bushaltestelle am Wilhelmsplatz in Fahrtrichtung Konrad-Adenauer-Brücke ist im Mai verändert worden. Im vorderen Teil halten ganz regulär die Busse, lassen Fahrgäste ein- und aussteigen und setzen ihre Route fort. Der hintere Abschnitt ist seit dem Sommerfahrplan eine Endhaltestelle. Hier sollen die Fahrer der Linie 7, die von den Lahnbergen kommend am Wilhelmsplatz drehen und nicht weiter in Richtung Innenstadt fahren, ihre bis zu 18-minütige Pause verbringen.

Radfahrer weichen auf den Bürgersteig aus

Ungünstig finden das die Anwohner, denn die neu eingerichtete Haltestelle liegt genau zwischen zwei Einfahrten. „Wir müssen die Fahrer fast täglich bitten, mit dem Gelenkbus rückwärts zu fahren, um für uns die Ausfahrt möglich zu machen“, sagte Jutta Landgrebe. Wollen sie und die anderen Anwohner auf ihr blockiertes Grundstück fahren, kann es zu einem Rückstau auf der Schwanallee kommen, wenn die Fahrer ihre Pause nicht in der direkten Nähe des Busses verbringen. Erschwerend hinzu kommt für Landgrebe, dass es aus ihrer Sicht zu einer Gefährung von Fußgängern und Fahrradfahrern kommt. „Wegen des fehlenden Radwegs und der Enge der Schwanallee nutzen viele Radfahrer den Bürgersteig, was sie eigentlich nicht dürfen. Dadurch ist es aber schon zu einigen sehr gefährlichen Situationen gekommen“, sagte Landgrebe.

Auch ein Ortstermin mit Vertretern von Stadt und Stadtwerken hat bisher noch keine Verbesserung im Sinne der Anwohner erbracht. Ein Teil einer Lösung, um zumindest die Gefährung der Passanten und Radfahrer zu minimieren, könnte ein Spiegel auf der Gegenfahrbahn sein, der den Anwohnern bei dem Ortstermin versprochen wurde und den Anliegern die Sicht von der Ausfahrt auf die Schwanallee erleichtern soll. „Zumindest, wenn keine Busse von der anderen Straßenseite die Sicht versperren“, sagte Landgrebe. Die Stadtwerke lassen derzeit einen solchen Spiegel anfertigen, wie Pressesprecher Pascal Barthel sagte. Und das obwohl sowohl Ordnungsamt als auch Polizei dies nicht für notwendig halten. „Wir sind trotzdem zu dieser Investition bereit und werden uns die Situation vor Ort noch einmal anschauen, falls es weiterhin Beschwerden oder Anregungen geben sollte“, sagte Barthel.

Konzentration geht mit der Zeit verloren

Bei dem Ortstermin wurde auch entschieden, eine rote Halte-Markierung aufzumalen. Trotzdem sei es für die Fahrer schwierig, die Gelenkbusse zum Teil rückwärts genau in die Lücke zwischen den Auffahrten zu rangieren, ohne dass das Hinterteil des Fahrzeugs auf die Fahrbahn oder ein Reifen auf dem Gehweg stehen bleibt, wie ein Fahrer bestätigt. Er und viele seiner Kollegen seien ohnehin nur mäßig zufrieden mit der Situation. „Viele Fahrgäste rennen zum Fahrzeug, weil sie von hinten nicht erkennen können, ob der Bus gleich losfährt oder der Fahrer eine Pause macht. Wir müssen die Fahrgäste dann wegschicken, was viele verwundert oder verärgert.“

Häufig gebe es Fahrgäste, die Anschlussverbindungen erreichen müssten und dann kein Verständnis dafür aufbringen könnten, dass sie warten müssten. „Man kommt hier nicht zur Ruhe. Das ist ein großer Nachteil, wenn man eine Endhaltestelle mitten in der Stadt hat“, sagte der Fahrer. „Die Konzentration geht so verloren. Und die brauchen wir in unserem Beruf.

von Andreas Arlt

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