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Mahnwache vor Brand-Hochhaus

Zweiter Jahrestag Mahnwache vor Brand-Hochhaus

Bei einer Protestaktion vor dem Studentenwohnheim "Am Richtsberg 88" wird Kritik an der Gebäudeversicherung "Allianz" laut. Die Entscheidung über die Zukunft des Hauses könnte nach OP-Informationen im Herbst fallen.

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Mit einer Mahnwache protestierten etwa 30 Richtsberger gegen den Leerstand im Hochhaus „Am Richtsberg 88“, der seit einem Kellerbrand vor zwei Jahren existiert. Foto: Björn Wisker

Marburg. Sollte es bis Ablauf der Frist - Ende August - keine klare Entscheidung geben, „müssen wir gegebenenfalls eine Klage in die Wege leiten.“, sagt Franziska Busch, Studentenwerkssprecherin auf OP-Anfrage. Zwar sei ihnen weiterhin an raschen Lösung gelegen und den Weg vor das Gericht beschreite man nur „ungern“, aber: „Das Haus steht schon viel zu lange leer.“ Eine Entscheidung, ob das Hochhaus saniert oder abgerissen wird, hängt von der Höhe der Summe, die die Allianz-Versicherung zahlt, ab. „Danach richtet sich dann alles Weitere.“

Der Versicherungskonzern gibt nach Meinung von Bernd Hannemann aus dem Richtsberger Ortsbeirat „ein miserables Bild ab, weil er letztlich die Menschen im Regen stehen lässt“. Während einer Mahnwache am Samstag, dem zweiten Jahrestags des Brands, wirbt der Linkenpolitiker für eine „konzertierte Aktion aller Marburger, um zusammen Staub aufzuwirbeln, so dass die Aliianz endlich zahlt“. Ortsbeirats Kollegin Christel Gabrian-Zimmermann (Linke) ergänzt: „Die Wiederherstellung von vorhandenem Wohnraum, der über Jahrzehnte im Stadtteil verwachsen ist, muss doch Priorität haben vor der zunehmenden Verdichtung.“ Das entspricht auch der Haltung von Ortsvorsteherin Erika Lotz-Halilovic (SPD): „Überall werden Lücken zugebaut, die Anwohner klagen schon lange über Parkplatzmangel, aber hier steht quasi ein halbes Dorf leer.“

Antrag im Stadtparlament

Während der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wird auch ein Antrag der Piratenpartei und SPD beraten, der sich der Zukunft des Studentenwohnheims widmet.

„Der Stadt entgehen seit nun zwei Jahren Unterbringungsmöglichkeiten für 330 Personen. Es herrscht Stillstand. Wir müssen unmissverständlich klarmachen, dass es so nicht weitergehen kann“, sagt Dr. Michael Weber, Piraten-Stadtverordneter.

Auch wenn man dieses nun aufkommende Engagement in der Kommunalpolitik nicht initiiert habe, werte man das als „moralische Unterstützung in der momentanen Situation, die wir selbst ja kaum beeinflussen können“, sagt Studentenwerk-Sprecherin Busch.

Sorgen bereitet Nachbarn und Studentenwerk, dass es in und um das Hochhaus immer wieder zu Vandalismus kommt. Zuletzt brachen Unbekannte in das Gebäude ein und entleerten die Feuerlöscher. „Dadurch ist uns ein beträchtlicher Schaden entstanden“, sagt Busch. Das Haus sei bereits mit einer Video-Überwachung ausgerüstet worden, wird nun durch eine weitere, komplett abdeckende Einbruchmeldeanlage zusätzlich gesichert.

Hintergrund: Ende Juni 2013 brannte es im Keller des ehemaligen Studentenwohnheims. 280 Bewohner mussten aus dem Gebäude gerettet werden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, bis heute ist der Täter nicht gefasst - wohl ein Grund, wieso der Schaden unreguliert bleibt.

von Björn Wisker

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