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Mahnung für Gegenwart und Zukunft

Gedenkstätte Mahnung für Gegenwart und Zukunft

Die traditionelle Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Pogrome der Nationalsozialisten gegen die Juden am 9. November 1938 hat in Marburg in diesem Jahr in einem ganz besonderen Licht stattgefunden.

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Der Vorsitzende der Marburger Jüdischen Gemeinde, Amnon Orbach (von links) betete für die Opfer, neben ihm gedachten seine Stellvertreterin Monika Bunk, Egon Vaupel, Klaus Dorn (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit), Bürgermeister Franz Kahle und Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer der Opfer. Im kleinen Bild die beleuchteten Grundmauern der ehemalige Synagoge.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Die inzwischen freigelegten und archäologisch untersuchten Fundamente der ehemaligen Synagoge in der Universitätsstraße, die damals wie viele andere Gotteshäuser in Deutschland angezündet worden war, wurden von zahlreichen Scheinwerfern angestrahlt.

An dem Ort laufen derzeit die Arbeiten für eine neue aufwändige Gedenkstätte, die als „Garten des Gedenkens“ konzeptioniert ist. Zu der Gedenkveranstaltung, zu der die Stadt Marburg zusammen mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Jüdischen Gemeinde eingeladen hatte, kamen mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger.

Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) betonte, dass der 9. November 1938 der Tag gewesen sei, an dem die Gewalt „staatsoffiziell“ geworden sei. Jeder habe sehen können, dass Juden misshandelt, verhaftet und auch getötet worden seien. In Marburg habe sich die SA aus einer Kneipe heraus mit einem Kanister Fußbodenöl auf den Weg gemacht, die Synagoge anzuzünden.

Nach der Gedenkveranstaltung erläuterte Baudirektor Jürgen Rausch das Konzept. Am 9. November 2012 werde die etwa 900.000 Euro teure Gedenkstätte fertig sein, versprach er. Über den Grundmauern soll als Terrassenanlage ein gemauertes Parallelogramm entstehen in dessen Mitte eine quadratische Rasenfläche den Umriss des zentralen Versammlungsraums der 1897 fertiggestellten Synagoge nachzeichnet.

von Heiko Krause

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