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Magistrat spricht Böller-Verbot aus

Kein Feuerwerk in der Oberstadt Magistrat spricht Böller-Verbot aus

Angst vor brennenden Fachwerkhäusern: Der Magistrat fürchtet in der Neujahrsnacht die Gefahr von Silvesterraketen und Böllern für die Oberstadt-Gebäude. Bundesgesetze verbieten das Zündeln dort.

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Pyrotechnik zu zünden ist in der Oberstadt gesetzlich nicht erlaubt – praktisch hält sich kaum jemand an das Verbot.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. In der kompletten Oberstadt einschließlich des Landgrafenschlosses und des Lutherischen Kirchhofs darf nichts gezündet werden. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Je nach Einzelfall werden Verstöße mit Geldbußen zwischen fünf und 50.000 Euro geahndet.

Polizei und Ordnungspolizei werden nach Verwaltungsangaben kontrollieren. Jedoch: „Will man mit polizeilichen Mitteln verhindern, dass Pyrotechnik gezündet wird, müsste man in der gesamten Oberstadt ordnungspolizeiliche und polizeiliche Präsenz zeigen, was praktisch nicht zu gewährleisten ist“, heißt es in einer Magistrats-Stellungnahme zu Beginn des Jahres.

Rettungswege müssen frei bleiben

Ordnungspolizei alleine könne angesichts von tausenden bisweilen betrunkenen Feiergästen in der Oberstadt, die zudem noch Pyrotechnik mit sich führten, diese „besondere Gefährdungssituation“ nicht bewältigen, Kontrollen seien daher „nur eingeschränkt möglich“.

Zuletzt sei es die Hauptaufgabe der Ordnungspolizei gewesen, dafür zu sorgen, dass Rettungswege für Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge vor allem zum Schloss befahrbar bleiben. ­Hunderte Autos hätten vor dem Jahreswechsel 2014/2015 versucht, dorthin zu gelangen.

Zum Jahreswechsel 2010/2011 kam es zu einem Brand im Dachstuhl der Theologie in der alten Uni, der durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst wurde. Die Stadtspitze appelliert daher „vor allem an die Vernunft und Einsicht der Feiergäste“.

Schilder in der Stadt würden auf das Verbot hinweisen. Auch in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen darf laut Bundesgesetzen nicht geböllert werden.

Wetter: trocken bei etwa drei Grad Celsius

Die Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung warnt unterdessen vor verbotenem Feuerwerk. „Ein illegaler Knallkörper enthält oft nicht nur Schwarzpulver, sondern ist mit einem viel stärker reagierenden Blitzknallsatz gefüllt“, sagt BAM-Prüfleiterin Heidrun Fink.

Während ein geprüfter Knallkörper, der versehentlich in der Hand angezündet werde, leichte Verbrennungen hervorrufe, könne ein illegaler Knaller schwere Verletzungen bewirken. „Man kann durchaus einige Finger verlieren.“

Die BAM empfiehlt deshalb, beim Feuerwerkskauf auf die Registriernummer und das CE-Zeichen plus Kennnummer der Prüfstelle sowie einer deutschen Anleitung zu achten (die aufgedruckten Kennnummern können auf www.bam.de überprüft werden).

Wetteraussichten: Zwischen 23 Uhr und 2 Uhr sollen es laut erster Prognosen etwa 3 Grad werden, die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei zehn Prozent. Schnee ist für kommenden Sonntag angekündigt.

Der Verkauf von Pyrotechnik beginnt am Dienstag. Gezündet werden dürfen die Knaller nur am 31. Dezember und am 1. Januar.

von Björn Wisker

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