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Magistrat erstellt Baulücken-Plan

Wohnungssituation Magistrat erstellt Baulücken-Plan

Das Aus für das Studentenwohnheim "Am Richtsberg 88" verschärft den Apartment-Mangel in Marburg: Neben den 280 nun zum Umzug gezwungenen Bewohnern, suchen sowohl Studenten und Familien als auch Kriegsflüchtlinge nach in etwa derselben Art Wohnungen.

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Nach dem Aus für das Wohnheim „Am Richtsberg 88“ fehlen in Marburg noch mehr Wohnungen.

Quelle: Thorsten Richter / Sven Geske

Marburg. Die Analyse umfasst sowohl alle Außenstadtteile als auch die Innenstadt. „Unsere Vermutung ist, dass wir den gesamten ermittelnden Bedarf decken können, wenn alle in Betracht kommenden Flächen bebaut werden“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Hintergrund des in Arbeit befindlichen Flächenplans sind die Ergebnisse der Wohnungsmarktanalyse des Instituts Inwis. Demnach fehlen in Marburg bis 2020 rund 1500 Wohnungen. Speziell in der Kernstadt und den angrenzenden, zentrumsnahen Stadtteilen sei ein Neubau von Wohnraum nötig. Neben Studenten und Einkommensschwachen, müsse vorallem mehr ausreichend großer und bezahlbarer Wohnraum für Familien geschaffen werden, heißt es in der Analyse (die OP berichtete)

Die am Mittwoch bekanntgewordene Schließung des Studentenwohnheims „Am Richtsberg 88“ - das 280 Bewohner zählte - verschärft nach Ansicht von Kommunalpolitikern, Studentenwerk sowie dem Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) die Wohnungsnot in der Universitätsstadt.

Schon jetzt fehlen laut Inwis-Studie 350 Wohnungen - und der Zuzug aus dem Umland reißt nicht ab. Bei der Apartementsuche droht nun ein größer werdender Konflikt. Dutzende Richtsberg-Mieter, die neue Unterkünfte finden müssen, normal Wohnungssuchende, Familien und Studenten etwa, sowie die nach Marburg kommenden Flüchtlinge werben um dieselbe Art von Wohnungen.

„Diese Lage ist real, erzeugt zusätzlichen Druck“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) auf OP-Anfrage. Die Frage, ob der Magistrat daher entgegen der Pläne doch auf Sammelunterkünfte für Flüchtlinge setzten werde, beantwortet Vaupel so: „Vom grundsätzlichen Kurs, in der Stadt verteilt in kleinen Gruppen unterzubringen, weichen wir trotz dieses Problems nicht ab.“ Jedoch: „Für alle Zeiten kann klein und dezentral nicht aufrecht erhalten werden.“ Das Ziel sei, Sammelunterkünfte - etwa die Ballsporthalle in der Frauenbergstraße - stets nur als Übergangslösung für einige Tage vorzuhalten. In der vergangenen Woche hat der Magistrat eigenen Angaben zufolge zehn weitere Mietverträge für Flüchtlinge mit Privatvermietern abgeschlossen.

Das größte Problem beim Kampf um bezahlbare Wohnungen sieht Vaupel auf die Marburger zukommen, die einen Wohnungs-wechsel innerhalb des Sozialwohnungsbestands anstreben. „Diese Nachfrage zu bedienen wird in den nächsten Jahren schwierig“, sagt er. Im selben Zug hofft er auf eine zügige Fertigstellung der 300 GWH-Wohnungen am unteren Richtsberg. Da diese voranging für Bewohner des Stadtteils gedacht sind, würden durch Umzüge alten Wohnungen frei - „aber zwei, drei Jahre lang werden wir eine noch angespanntere Lage erleben, in Marburg wird es enger“.

von Björn Wisker

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