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Märchenhafte Kunst macht Haus schöner

Pegelhäuschen Marburg Märchenhafte Kunst macht Haus schöner

Rundum saniert und mit bunter Graffiti-Kunst verziert präsentiert sich das Marburger Pegelhäuschen an der Lahn. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich freut sich sehr über die Verschönerung.

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Freude herrschte bei der Presse-Präsentation über die Graffiti-Verschönung des Pegelhäuschens an der Lahn in Marburg.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Das Gebäude der 1956 in Betrieb genommenen Messstation, das auf Höhe der Werderstraße oberhalb der Lahnwiesen steht, war in die Jahre gekommen. Große Schadstellen am Außenputz und am Dach machten eine Sanierung für 12.000 Euro unumgänglich. Als diese jedoch im vergangenen Jahr erfolgt war, sei die weiß gestrichene Wand des funktionellen Häuschens bereits durch „wilde Schriftzüge“ übermalt worden , erläutert Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich das Dilemma, vor dem die für das Messgebäude Zuständigen aus dem von ihm geleiteten Regierungspräsidium standen.

So entstand die Idee, das international bekannte Künstlerkollektiv „3 Steps“ aus Marburgs Nachbarstadt Gießen mit der künstlerischen Gestaltung der Außenhaut zu beauftragen, und zwar per Graffitikunst. Dafür gab es ein Gesamthonorar von 3.000 Euro.

Zwei Entwürfe standen zur Wahl

Für das Projekt „River Tales“hatten die Gießener bereits ein an der Lahn gelegenes Objekt der Gießener Behörde in Gießen künstlerisch gestaltet. Aus zwei Entwürfen wählten die Auftraggeber schließlich den Vorschlag mit den poppigeren Farben.

Die Brüder Grimm, die durch ihr gemeinsames Studium in Marburg Anfang des 19. Jahrhunderts eine Verbindung zur Universitätsstadt besaßen, lieferten die Inspiration für das jetzt entstandene farbenfrohe und leuchtende „Gesamtkunstwerk am Bau“. Neben großformatigen „Kopfbildern“ der beiden weltberühmten Märchensammler zieren jetzt Figuren und Motive aus mehreren Grimm‘schen Märchen die Wände des Häuschens. Dazu zählen beispielsweise „Sterntaler“ und „Frau Holle“. An der Frontseite des Pegelhäuschens, die vom Weg an der Lahn zu sehen ist, haben die Künstler vor die Silhouette des Marburger Schlosses und des Spiegelslustturms eine kleine märchenhafte Verfremdung eingebaut. Auf einem Schwan sitzend treibt auf einem Fluss Gretel aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“, erläutert Joachim Pitt, einer der drei Künstler, die sich hinter dem Namen „3 Steps“ verbergen.

Vier Tage "Spray-Arbeit" für die Künstler

Bei Weitem die längste Zeit hätten die Künstler dann für die Entwürfe benötigt. Schließlich habe es dann vier Tage gedauert, das Kunstwerk aufzusprühen. Neben zwei Künstlern aus dem Trio „3Steps“ waren daran auch noch drei Praktikanten beteiligt.

Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass die Graffiti-Kunst nicht übersprüht wird. Einen ersten Kommentar mit schwarzer Schrift und dem Wort „Cool“ hat Graffitikünstler Pitt zusammen mit Praktikant Joshua Perlbach kurz vor der Pressekonferenz mit dem Regierungspräsidenten vor Ort entfernt.

Zudem haben die Gießener aus Respekt vor ihren Marburger Kollegen deren Logos zusätzlich an dem Marburger Pegelhäuschen aufgesprüht.

von Manfred Hitzeroth

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