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Mädchenglück mit Musti, Lilli und Cody

OP erfüllt Kindern Wünsche Mädchenglück mit Musti, Lilli und Cody

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde - diesen Satz würde wohl jedes der acht Mädchen, die auf den Pferdehof Lemmer in Großseelheim gekommen waren, sofort unterschreiben.

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Zum Reiten gehört auch die Arbeit im Stall. Das und viel mehr lernten acht Mädchen am Wochenende auf dem Reiterhof.

Quelle: Andreas Schmidt

Großseelheim. „Wer von euch ist denn schon mal geritten?“ fragt Birgit Lemmer. Sofort schnellt gut die Hälfte der Mädchenarme in die Höhe. Fast alle saßen schon einmal auf dem Rücken eines Pferds - und alle finden Pferde „einfach toll“, wie Sophia erzählt. Sie hat zwar noch keine Erfahrung und ist eine der Jüngsten in der Gruppe. Doch Angst vor den großen Tieren hat sie nicht.

Birgit Lemmer teilt die Mädchen in drei Gruppen auf. Dann geht es in Richtung Stall, um die Pferde aus den Boxen zu holen. Denn bevor geritten wird, müssen Pferde und Kinder Vertrauen zueinander aufbauen. Und das geht beim Striegeln. Musti, Lilli und Cody werden aus ihren Boxen geholt und im Stall angeleint. Sofort fangen die Mädchen an, die Tiere zu pflegen. „Immer mit dem Fell“, gibt Birgit Lemmer die Richtung für die Bürstenstriche vor. Die Pferde kümmert die Aufregung der Kinder nicht - vielmehr scheinen sie die Aufmerksamkeit und Pflege zu genießen. Und das noch mehr, als die Mädchen ihnen dann auch noch frisches Heu bringen.

 

Danach werden die Hufe ausgekratzt. „Ganz schön schwer“, findet Janina. Dennoch schafft sie es - unter der Anleitung von Helferin Sabrina. Die holt dann auch Pferdedecke und Sattel für Lilli. „Eigentlich muss jeder den Sattel heben können“, sagt sie lachend. Denn das schaffen vor allem die kleineren Mädchen kaum - zu schwer ist der aus Leder gefertigte Sitz.

Mit Schwung werden die Sättel auf den Pferderücken gehoben und - dann ist erst einmal Pause angesagt: Die Mädchen können sich bei selbst gebackenen Muffins stärken. Heimlicher Star ist dabei ein zwei Wochen altes Entenküken, das von der Mutter nicht angenommen wurde - fast geraten die Pferde in Vergessenheit.

Im Anschluss gehen die ersten drei mit den Pferden in die Reithalle. Dort steht zunächst das Führen der Pferde mit dem Strick auf dem Programm. „Weiß schon jemand, wie das geht?“, fragt Birgit Lemmer. Na klar. Dennoch führt sie es vor: „Den Strick ganz kurz halten und nach vorne gehen - das Pferd kommt nach. Denn ihr seid der Chef“, erklärt sie.

Musti braucht indes eine kleine Pause: Über Großseelheim geht ein Gewitter nieder, der Regen prasselt auf das Hallendach. Das hat die Stute verschreckt. Aber nach kurzer Zeit ist sie wieder die Ruhe selbst. Dann kommt der erste große Moment: Das Aufsitzen. Dazu gehört schon eine gewisse Akrobatik - vor allem auf den großen Cody geht es „hoch hinauf“. Aber dafür gibt es zum Glück auch eine kleine Treppe.

Birgit Lemmer und ihre beiden Helferinnen führen die Pferde zunächst im Schritt durch die Halle. Danach im Trab - und dann dürfen die Mädchen alleine reiten. „Du musst ein wenig mit der Zunge schnalzen“, sagt sie, „dann geht das Pferd los.“ Und in der Tat: Gemütlich setzen sich die Tiere in Bewegung. Derweil lernen die anderen Mädchen auf dem Hof, was noch alles zum Leben mit Pferden dazugehört: Sie misten die Ställe aus, holen Heu und verteilen es an die Tiere.

Auch an die neugierigen Ziegen, die sich sofort über das Futter hermachen. Langweilig wird den Mädchen nicht - aber viel lieber wollen sie reiten. In der Halle machen die jungen Reiterinnen Fortschritte: Einen kleinen Slalom können sie schon absolvieren. Für Luisa ist das kein großes Problem: Sie war kürzlich erst in Österreich und ist dort geritten.

Und auch Anne und Sarah haben keine Angst vor großen Tieren: Beide reiten schon seit Längerem. Doch egal, ob fortgeschritten oder ganz am Anfang der Reiterkarriere: Leuchtende Augen hatten alle Mädchen, die bei der OP-Aktion gewonnen hatten. Denn: Das Glück dieser Erde …

von Andreas Schmidt

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