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Mädchen genießen Schnuppertag

Girls' Day Mädchen genießen Schnuppertag

Rund 100 000 Mädchen aus weiterführenden Schulen ab Klasse 5 waren gestern nicht in der Schule. Sie nahmen am 16. bundesweiten Girls‘ Day teil und informierten sich über zumeist von Männern dominierte Berufe.

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Michael Klein, Leiter der Polizeihundestaffel, erklärt den Schülerinnen, wie Polizeihunde ausgebildet werden.

Quelle: Peter Gassner

Marburg. Die Nachfrage ist 
ungebrochen. Viele teilnehmerbegrenzte Angebote waren restlos ausgebucht, etwa bei der 
Siemens AG in Marburg, wo Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren naturwissenschaftlich-technische Berufe näher kennen lernen durften.

Rund 100 000 Mädchen aus weiterführenden Schulen ab Klasse 5 waren gestern nicht in der Schule. Sie nahmen am 16. bundesweiten Girls‘ Day teil und informierten sich über zumeist von Männern dominierte Berufe.

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Eine aus vielen Schulen bunt zusammengemixte Gruppe in Klassenstärke schlug bei der Polizei in Marburg auf. Sie besichtigte das große Gebäude bis hinunter in den Keller, wo sich die Zellen befinden. Julia (11 Jahre) weiß aber ganz genau: „Polizisten sitzen nicht den ganzen Tag im Büro, sie sind draußen, erleben sehr viel.“

Das beeindruckt sie sehr. Madleen stößt in das gleiche Horn: „Der Polizei-Job ist sehr interessant. Ich könnte mir vorstellen, den mal zu machen.“ Auch Michelle (11 Jahre) zeigte sich angetan: „Der Beruf ist cool. Ich würde gerne auf Streife gehen.“ Christina Frank von der Führungsgruppe der Polizei freut sich, so viele positive Feedbacks zu bekommen.

Denn: Der Frauenanteil unter den Polizisten ist doch noch sehr überschaubar. Hessenweit sind 22,9 Prozent der Polizisten Frauen. Und in Marburg sind es aktuell 
sogar nur knapp 20 Prozent.

Beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen auch von einem Helfer der Polizei, der genauso 
alt ist wie sie: Rusty, 12 Jahre. Rusty ist ein belgischer Schäferhund der Varität Malinois. Er verrichtet seine Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes spielend. Er ist Rauschgifthund.

Mädchen versteckt Hasch in seiner Tasche

Sein „Herrchen“, Hundeführer Michael Klein, erläutert den Mädchen, wie der Hund auf seine Aufgabe vorbereitet wurde und wie er sie ausführt. Dazu versteckte eines der Mädchen ein bisschen Hasch in ihrer Tasche. Bei einer Gepäckkontrolle, etwa an einem Flughafen, wäre für die „Schmugglerin“ Endstation gewesen.

Rusty, ausgestattet mit rund 220 Millionen Riechzellen, macht niemand was vor. Zum Vergleich: Ein Mensch hat gerade mal 5 Millionen Riechzellen. Tierisch ging es auch an einem anderen Ort im Kreis zu, nämlich bei der Landwirtsfamilie Jung in Bellnhausen. Dort waren Frida (12), Lorena (12), Melina (13) und Leah (12) zu Gast. Na ja, nicht nur zu Gast, sondern auch, um diverse Herausforderungen anzunehmen.

„Ich finde es toll, an der frischen Luft zu sein, und was ich hier erlebt habe, war echt gut“, sagt Frida. 
Lorena ist etwas „vorbelastet“. 
Ihr Großvater war Landwirt. Und was mit Tieren zu machen, findet sie sowieso toll. Melina möchte einfach Erfahrungen 
zur Berufswahl sammeln und Leah freut sich immer, zu einer ihrer besten Freundinnen 
zu kommen, die auf einem Bauernhof lebt. „So möchte ich auch gerne leben.“ Der Tag bei den Jungs hat sie darin sicher noch einmal bestärkt.

Campinghühner sind die Attraktion

Allerdings ging es dort nicht nur um Tiere, sondern auch, der Jahreszeit entsprechend, ums Spargelstechen. Gar nicht so einfach, diese Arbeit. „Geht mit der Zeit ganz schön auf den Rücken“, findet Frida. Die Jungs haben Kühe, aber die Attraktion sind dann doch eher die Campinghühner. Das sind die mit dem mobilen Stall auf der Wiese.

Die Mädchen waren mit Eifer dabei, die Eier aus den Nestern zu sammeln, und halfen auch bei einer Umquartierung des gesamten mobilen Stalls mit. Zur Belohnung gab es ein stärkendes Mittagessen und Apfel­strudel zum Nachtisch.
Landwirtin Margit Jung zeigte sich begeistert von den Mädchen. „Es ist schön, dass sie sich interessieren, und sie waren auch alle vier hochmotiviert, hier etwas für sich mitzunehmen.“

Auch wenn Regenschauer das Programm etwas durchkreuzten, war es ein lehr- und ereignisreicher Tag.

Die 13-jährige Lotte vom Gymnasium Philippinum schaute 
sich bei der OP um. Hier ihre Eindrücke, die sie für diesen Artikel auch selbst in das System geschrieben hat: „Ich habe heute sehr viel gesehen: nicht nur die Redaktion, an die man bei einer Zeitung als erstes denkt, sondern auch die Menschen, die für alle Anzeigen oder auch Termine in der OP zuständig sind.

Es war sehr interessant, auch unterschiedliche Bereiche kennenzulernen, die eine Zeitung ausmachen. Dabei habe ich bemerkt, wie viel Arbeit hinter einer Zeitung steckt, die wir tagtäglich lesen.“

von Götz Schaub

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