Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Macht Dachgarten das Altenheim schöner?

Sudetenstraße Macht Dachgarten das Altenheim schöner?

Die Flachdächer des Altenheims auf dem Richtsberg könnten mit einem Dachgarten und einem Dachcafé verschönert werden: Dieser Antrag der Piraten stieß in zwei Ausschüssen des Stadtparlaments auf Interesse.

Voriger Artikel
Versammlung am Donnerstag
Nächster Artikel
Wiesbaden behält die Verantwortung

Das Gebäude-Ensemble des Altenzentrums am Richtsberg.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Der Prüfantrag, den Dr. Michael Weber (Piratenpartei) im Sozial- und im Umweltausschuss vorstellte, fand in beiden Gremien einhellige Zustimmung.

Der Magistrat soll prüfen, ob bei der geplanten Neugestaltung des Altenzentrums St. Jakob an der Sudetenstraße das bisher angedachte Dach-Café mit einem Dachgarten kombiniert werden kann. „Ein solcher Dachgarten könnte neben Senioren auch andere Mitbürger anziehen, so dass das Zentrum generationenübergreifendes Interesse wecken könnte“. meint Weber. Zudem biete ein Dachgarten auch neue Chancen für eine Verbesserung der Wärmedämmung im Winter und eine Verringerung des Einsatzes von Klimaanlagen zur Raumkühlung im Sommer.

Kleiner Garten, großer Nutzen

Eine Bepflanzung der Dachfläche könne zudem aufgrund der Kohlendioxid-Bindung zu einer generellen Verbesserung des Stadtklimas führen, fügte Weber an. Zur Bebilderung seines Antrags hatte Weber ein Foto angefügt, das aus der Vogelperspektive mehrere Gärten auf nebeneinander stehenden Gebäuden der „City Hall“ (Stadthalle) in der US-Großstadt Chicago zeigt. Zudem berichtete er, dass es in den USA gerade in den Großstädten einen Trend zum Anlegen von Dachgärten gebe, die dort teilweise auch als Nutzgärten verwendet würden, weil es oft wenig Platz für andere Gärten gebe.

Das ist in Marburg natürlich anders, so gibt es neben vielen Privatgärten beispielsweise auf dem Gelände des Psychiatrischen Krankenhauses am Unteren Richtsberg das Gemeinschaftsprojekt der Interkulturellen Gärten.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle sagte im Sozialausschuss trotzdem, dass die Einrichtung eines Dachgartens auf dem Gebäude des Altenzentrums durchaus eine spannende und wünschenswerte Idee sei. Auch Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für marburg) sprach von einer „charmanten Idee“, die aber genauer unter die Lupe genommen werden müsse. Man müsse die Kosten im Auge behalten, die eine kombinierte Lösung aus Dachcafé und Dachgarten verursachen könne, brachte Kahle noch vor.

Hält das Dach überhaupt?

Bisher gebe es in Marburg auf öffentlichen Gebäuden allerdings damit noch keine Erfahrung, es seien ihm allenfalls zwei Gebäude mit Dachbegrünung bekannt. Neben der Frage der technischen Machbarkeit müsse auch die Sicherheit für die Dachbenutzer gewährleistet sein, sagte Kahle. Schließlich müsse der Dachgarten auch per Aufzug zu erreichen sein.

Zu fragen sei auch, sagte Uwe Volz (Grüne) im Bauausschuss, ob die Dachkonstruktion für ein solches Projekt die ausreichende Standfestigkeit habe.

Kritische Stimmen kamen im Bauausschuss zunächst aus Reihen der SPD. Ein solches Projekt dürfe nicht in Konkurrenz zu Solaranlagen geraten, die auf dem Dach installiert werden konnten. Diese Befürchtung ist aber nicht sonderlich ernst zu nehmen: Begrünung auf den Dächern könne dazu beitragen, die Temperaturen bei Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Solaranlagen würden dann effizienter produzieren als bei zu großer Hitze.

von Manfred Hitzeroth und Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr